Full text : Lexikon der Handelsgeographie

342  Niederlande

Einfuhr  Ausfuhr
Genußmittel  .  .  .  400,4  323,«
Rohstoffe  420,3  250,2
Fabrikate  ....  173,i  105,7
Verschiedenes  .  .  .  257,8  214,o
Gold  und  Silber.  .  25,o  18,o
Gefaintfnmme:  1270,«  018,4
Aus  seinen  Kolonien  bezicht  das  Land
namentlich:  Kaffee,  Zucker,  Thee,  Reis,
Spezereien,  Tabak,  Indigo,  Zimt.  Von
der  1878  aus  1,132,679  Ballen  und  83
Fässern  bestehenden  Einfuhr  von  Kaffee
kamen  nur  107,858  Ballen  aus  Brasilien,
der  Rest  aus  den  ostindischen  Kolonien,  davon ­
  732,720  Ballen  durch  die  Niederländische ­
  Handelsgesellschaft.  Auch  der  Zucker
wird  fast  ausschließlich  aus  Java  bezogen
und  zwar  jetzt  zum  größten  Teil  aus  den
Privatplantagen,  da  die  Regierung  diese
K  ultur  aufzugeben  anfängt.  Tabak  kommt
von  Java  und  Sumatra,Zinn  von  Bangka
und  Biliton  und  zwar  1878  von  dem  ersten
121,130  Blöcke,  von  dem  zweiten  106,927
Blöcke.  Thee,  wovo,i  66,503  Kistchen  importiert ­
  wurden,  liefert  Java  in  steigender
Menge  nach  Holland.  Gewürze  wurden
1878  importiert:  Muskatnüsse  360,000
kg,  Muskatblüte  10,200kg,  Amboinanelken ­
  1000  kg,  Pfeffer  700,000  kg.  Der
Handel  mit  Baumwolle,  die  zum  größern
Teil  ans  Nordamerika,  dann  aber  auch
aus  Surate  und  Bengalen  bezogen  wird,
ist  durch  die  Bemühungen  Amsterdamer
Kaufleute  seit  1868  zu  einem  direkten  geworden, ­
  so  daß  drei  Viertel  des  Gesamtimportö
  holländische  Zufuhren  sind.
Au  dem  gesamten  Land-  und  Seeverkehr ­
  beteiligten  sich  die  wichtigsten  Verkehrsländer ­
  1878  in  folgender  Weise  (Wert
in  Millionen  Mark):
Einfuhr  Ausfuhr

Deutschland  329,«  390,i
England  349,9  223’«
Belgien  181,2  153,5
Java  .......  124,1  77,1
Rußland  90,2  14,2
Vereinigte  Staaten  .  .  00,s  0,8
Frankreich  27,2  11,9
Britisch-Indien  .  .  .  25,o  0,3
Schweden  und  Norwegen  20,4  12,7
Italien  ......  3,9  13,8
Peru  10,7  —
Spanien  9,0  0,s
Portugal  2,«  1,4

(Verkehrswesen).
Deutschland  nimmt  also  unter  allen  Verkehrsländern ­
  die  erste  Stelle  ein.  Manufakturwaren ­
  beziehen  die  N.  hauptsächlich ­
  aus  England,  Preußen  und  Belgien,
Getrcidcaus  deuOstseeländern,  Archangel
und  den  Häfen  am  Schwarzen  Meer,  Erbsen ­
  und  Linsen  aus  Preußen,  Bauholz  aus
Norwegen  und  den  Rheinländern,  Garn
aus  England,  Wein  aus  Frankreich,  Hopfen
ans  Bayern  und  Elsaß,  während  sie  selbst
mit  den  Produkten  des  LandbanS,  besonders ­
  mit  Gemüse,  Vieh,  Butter,  zum  Teil
den  Londoner  Markt  versehen,  Fische  meist
nach  Belgien  und  Deutschlaikd  sowie  Käse
nach  England,  Frankreich,  Belgien  und
Hamburg  verschicken.  —Konsulate  hat
Deutschland  in:  Amsterdam,  Gröningen,
Middelburg,Rotterdam;  Vicekonsulate  in:
Harlingen,  Helder,  Terel,  Schcveningeu,
Tkel;  Konsularageuturen  in:  Brouweröhaven,
  Dordrecht,  HelvoetsluyS,  Schiedam,
Zierlkzcc;  in  den  holländischen  Kolonien
Konsulate  in:  Batavia,  Makassar,  Paramaribo, ­
  Samaraug,  Surabaya.
Hl.  Bcrkchrswcsen.
Kein  Land  besitzt  so  zahlreiche  Kanäle
wle  Holland,  darunter  sind  die  bedeutenditcu:
  der  Nordholläudischc  Kanal  vom
Nicilwediep  an  der  Nordspitze  an  Alkmar
und  Purmerend  vorbei  bis  ins  Y,  gegenüber ­
  Amsterdam,  52  km  lang  und  so  breit
und  tief,  daß  er  von  großen  Seeschiffen
befahren  werden  kann;  daun  der  neue
Nordseekanal  von  Amsterdam  nachNmuideu,
  ebenfalls  für  große  Seeschiffe  befahrbar. ­
  Die  Gesamtlänge  aller  Kanäle  ward
I.Jan.  1878  auf  2842,8  km  angegeben.  —
Die  Flußschiffahrt  ist  für  den  niederländischen ­
  Handel  überhaupt  von  hervorragender ­
  Bedeutung,  da  sie  im  Verhältnis
zu  den  übrigen  Verkehrswegen  den  Transport ­
  der  relativ  größten  Warenmengen
vermittelt.  So  wurden  von  der  Ausfuhr
beë  3a#  1878:  1616  mH.  kg  mittM
Flußschiffe,  870  Mill,  kg  mittelst  Seeschiffe ­
  und  959  Mill,  kg  mittelst  Eisenbahn ­
  verfrachtet,  und  ein  ähnliches  Verhältnis ­
  zeigt  sich  auch  bei  der  Einfuhr.
Speciell  die  Rheinfahrt  (s.  Rhein)  hatte
1878  einen  Verkehr  von  19,443  Schiffen
mit  66,550,936  Etr.  Ladung  für  die  Bergund
  Thalfahrt  aufzuweisen.  Die  einzel-
            
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