344 Niederlande (Kreditwesen rc.)
eisenbahil ist seit 1863 nach einer bestimmten
Skala an eine Aktiengesellschaft verpachtet,
wobei der Staat wenig über 1
Proz. Zinsen seines Anlagekapitals (1 879 :
2,764,200 Mk.) bezieht. Das Budget für
1880 ergab in Gesamthöhe vvn193,8Mill.
ein Defizit von 10.8 Mill. Mk., das für
Indien bei 247,a Milt, ein Defizit von 5,6
Mill. Mk.; auch die Budgets fürSurinam
und Eurassao schließen mit Defizits ab.
Die Staatsschuld betrug Ende vorigen
Jahrhunderts 1338 Mill. Mk. und
wurde 1810, wo sie auf mehr als 2 Milliarden
angewachsen war, bei der Einverleibung
in Frankreich durch einen Staatsbankerott
auf ein Drittel herabgesetzt. Als
1814 ein neuer Staat entstand, wurde die
Schuld in vollem Nominalbetrag hergestellt,
doch nur ein Drittel davon mit 2Vs
Proz. verzinst. Der verzinsliche Teil wurde
indes jährlich erhöht, und seit 1814 hat
sich der Nominalbetrag der Schuld, die
jetzt durchweg verzinst wird, um 1418 Mill.
Mk. vermindert. Während 1850 noch
mehr als 48 Proz. der Gesamteinnahme
für die Schuld verwendet wurden, braucht
man heute nur 26Vs Proz. Ende 1880
war der Stand dersclbeit (inkl. 17 Milt.
Mk. Papiergeld) 1603.4 Mill. Mk., der
Zinsbetrag 47,5 Mill. Mk.
Kreditwesen. Im ganzen sind 16
Banken und Kreditinstitute im Laude
thätig init einein Gesamtkapital voir 264
Mill. Mk. ; an ihrer Spitze steht die Niederländische
Bank (Aktienkapital: 27,2 Mill.
Mk.), andre bedeutende Banken sind: die
Niederländische Handelsgesellschaft (Kapital
: 53,2 Mill. Mk.), die Kredit- und Depositenbank
(40 Mill. Mk.), Allgemeine
Gesellschaft für Handel und Industrie
(34 Mill. Mk.), alle in Amsterdam, Amsterdamer
Bank (Kapital: 17 Mill. Mk.),
Bank von Rotterdam (Kapital: 25,5 Mill.
Mk.). Das alleinige Recht zur Notenausgabe
hat die Niederländische Bank.
Dieselbe wurde 1814 errichtet, und nach
Ablauf ihres Privilegiums 31. März 1864
wurde dasselbe auf 25 Jahre (bis Ende
März 1889) erneuert und die Bank durch
Ģesetz vom 22. Dez. 1863 reorganisiert.
Das Kapital war anfänglich 5, später 10
Mill., wurde 1840 auf 15 und 1863 auf
— Niederländ.-ostini». Kolonien.
16 mu. &Í. (27,2 9)KK. Wf.)
bars 24 mH. (40,8 Wils.
Mk.) nicht übersteigen. Die Banknoten
bestehen in Stücken zu 25, 40, 60, 80,
100, 200, 300, 500, 1000 Fl. und sind
bei der Hanptbank in Amsterdam und der
Zweigbank in Rotterdam jederzeit gegen
bar cmlösbar. Außerdem muß in jeder
Provinz mindestens eine Agentur sein.
Das Wcchselportefeuille belief sich 1878
auf 121 Mill., 1879 auf 75 Mill.Mk., der
Barschatz aris 203,i Mill. Mk., der Nvtcnttinlauf
aus 310,2 Mill. Aik. — S p a r -
banken gab es 1876: 259, in welchen
174,361 Einzahler ein Kapital von 12,4
Mill. Mk. hatten; in 32 Sparkassen hatten
6570 Teilhaber einen Betrag von 216,005
Mk. Aus 49 Hülfsbanken erhielten 6830
Personen Vorschüsse im Gesamtbetrag voi:
1,293,209 Mk. Eigentliche Postsparkassen
bestehen nicht, die Mitwirkung der Postcnlstalten
erfolgt nur auf Wunsch der
Sparbankverwaltung. — Daö Wechselrecht
ist im wesentlichen das französische.
Geld. Maße nnb Gewichte. Bis
1825 bestand die Silberwährnng, von da
ab bis 1847 die Doppelwährung mit der
gesetzlichen Wertrelation von 1:15,873, und
1847 wurde die reine Silberwährung eingeführt.
Durch Gesetz vom 6. Juni 1875
wurde dann der Übergang zur Goldwährung
gemacht. Die Wcrtrelation war nun
1:15,625. Die Ausprägung von neuen
Goldmiinzen (1 Fl.—0,672 g Gold mit 9 /i o
Feingehalt und Prägung von Münzstücken
zil 10 und 5 Fl.) wurde freigegeben, die von
Silbermünzen sistiert. DieMeichsmünzstätte,
iil welcher jeder goldne 10-Guldenstücke
allsinünzen lassen kann, befindet
sich in Utrecht. Der Gulden hat einen
Wert von 1 Mk. 70 Pf. deutsch. Maße
und Gewichte sind die französisch-metrischen
mit holländischer Beneninlng. Die
Mijl ist der Kilometer, die Elle der Nieter,
der Palm — 1 Decimeter, der Duiur
(Damn)—! cm ; Bunder — 1 Im;Mndde
oder Zak — I hl, Schepel — 1 Dekaliter,
Kop — 1 Lic. Als Flüssigkeitömaß heißt
das Hektoliter Vas, das Liter Kan. Das
Pond ist daö Kilogramm.
Niederliindisch-ostiiidische Kolonien,
s. Java, Sumatra rc.