Full text: Lexikon der Handelsgeographie

Ostindien (Produktion: Aeraban). 377 
England allein 10,201 Ctr.). Bemerkens 
wert sind die Anpflanzungen von China- 
rindenbäuinen im östlichen Himalaya und 
in den Nilgiribergen. 
AnMineralschätzen istO. reich, in 
des ist davon noch wenig gefördert worden. 
Die größte Berühmtheit hat es durch seine 
Diamanten erlangt, wofür es der älteste 
Fundort ist. In einer einzigen der vielen 
Gruben waren 1669: 60,000 Menschen be 
schäftigt, und noch im vorigen Jahrhundert 
brachten die Gruben von Pannach den 
Marathenfürsten jährlich 800,000 Mk. 
(früher das Doppelte) ein. Jetzt sind sic 
fast unbeniltzt und die Diamantgräberei 
unbedeutend. Madras ist immer noch der 
Stapelplatz für den indischen Diamant 
handel sowie der Sitz für indische Dia 
mantschleifern. Gold ist in Riffen nur 
ait zwei Stellen entdeckt worden, zu Ko- 
>ar in Maissur und im Distrikt Wy- 
uaad (Madras); doch ist die Ausbeute von 
irher, auch auö den Goldseisen, eine sehr 
unbedeutende gewesen, und O. bezieht sein 
Gold und Silber immer von Europa. 
Bon 1835—76 betrug der Nettoimport 
dieser Edelmetalle nicht weniger als 6137,6 
Mill. Mk. und zwar: Gold 2044,8 Mill. 
Mk. . Silber 4092,8 Mill. Mk. Die Wert 
beträge sind stets großen Schwankungen 
unterworfen gewesen; sie hatten 1869—70 
einen Marimnmwert für Gold von 111 
Mill. Mk. bei einer Einfuhr von 146,4 
Mill. Mk. in Silber. In jüngster Zeit 
sind aber die Importe von Gold im Ver 
hältnis zum Silber sehr unbedeutend ge 
worden, denn sie betrugen 1877—78 nur 
9,3 Mill. Mk. gegen 293,5 Mill. Mk. Sil 
ber; dabei wurde sogar mehr Gold von O. 
uiib zwar von Bombay nach England ex 
portiert, als eingeführt. Zinn gibt cö in 
Birma, Kupfer in Radschputana; aber 
am wichtigsteit muß in der Zukunft die 
Erschließung der Eisen- und Kohlenlager 
Werden. Die Kohlcnfclder Indiens sind 
ans 88,200 qkm berechnet worden. Sie 
liegen fast alle in einer Region, die nörd 
lich vom Ganges begrenzt ist und sich süd 
lich über die Godaweri erstreckt, während 
sie in ostwestlicher Richtung von der Um 
gegend von Kalkutta bis zum Narbada 
Zeichen. Nur einige wenige liegen südlich 
von dieser Region. Das Hauptgebiet ist das 
von Naniganj am Damnda, südwestlich 
vom Ganges, nordwestlich von Kalkutta- 
nahezu alle Kohle, die in Indien gewon- 
ncu wird, kommt von dort. Die abbau- 
würdige Kohle tvird auf 14—16,000 Mill. 
Ton. geschätzt, so gut wie die europäische 
ist sie aber nicht. Jetzt sind 44 Kohlen- 
werke mit 61 Dampfmaschinen imBclrieb, 
und Eisenbahnen führen bis zu den Haupt 
werken. Die bengalischen Bahnen brauchen 
jetzt diese Kohle, während die Madras- und 
Bombay-Bahnen ihre Maschinen immer 
noch mit englischer Kohle heizen. Die 
Ostindische Eisenbahn fördert aus ihrem 
Komplex von Kohlengruben täglich 800 
Ton. Kohlen, verbraucht die Hälfte selbst 
und verkauft die andre. Die Ausbeute wird 
für 1875 ans 500,000 T. geschätzt. Die 
Zufuhren englischer Kohle sind aber immer 
noch im Steigen begriffen; sie betrugen 
Tonnen Wert 
1878: 404780 4,2 Mill. Mk. 
1879: 487810 4,5 - 
1879—80 war der Wert der Gesamtein 
fuhr auf 22,8 Mill. Mk. gewachsen. Eisen 
erz ist in starken Ablagerungen in Madras 
und mehreren andern Gegenden vorhan 
den, auch sind die Eisenerze von Madras 
stark magnetisch, enthalten 70 Proz. me 
tallisches Eisen und stehen air Qualität 
den schwedischen gleich. Der Bergbau ans 
Eisen ist auch uralt, und doch werden diese 
Schätze in sehr geringem Maß ausgebeu 
tet. Die Anfänge einer größer» Eisenin 
dustrie existierten schon früher, doch sind 
die einzelnen Unternehmungen nach und 
nach zu Grunde gegangen. Nennenswert 
sind die beiden Hohöfen der Bengal Iron 
Works Co. im Burrakurdistrikt, 160 km 
von Kalkutta, und die zwei der nicht weit 
davon entfernten Bengal Eoal Eo. Die 
Einfuhr von Eisen und Eisenwaren aus 
England belief sich 1879 auf 30,7 Mill. 
Mk. Die Inder sind aber berühmt we 
gen der Anfertigung eines vorzüglichen 
Stahls, welcher den Namen »Wootz« er 
halten hat, und das Wardhathal in den 
Centralprovinzen scheint alle Bedingungen 
zli besitzen, einst ein wahres »Indian 
Black Country« werden zn können. Unter 
den verschiedenen Fabrikaten der Eisen-
	        
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