Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Portugal  (Urproduktion).

Der  Ackerbau  wird  vernachlässigt;  zu
seiner  Förderung  besteht  in  Lissabon  der
Cre'dit  Foncier.  1877  waren:

Kulturen

Weizen
Roggen
Gerste
Hafer
Mais.

Bestellte
Fläche
Hektar

260000
270000
7000
?
520000

Ernte
Hektol.

2793269
2340000
1000000
7128000

Zusammen:  1057000  13261269
Außerdem  wird  auch  Neis  (auf  4000  ha
ca.  150,000  hl)  gewonnen,  doch  wird  diese
Kultur  aus  sanitatlichcn  Rücksichten  nicht
sehr  gefördert.  Der  Bedarf  des  Landes
wird  darum  auch  keineswegs  gedeckt,  und
die  Einfuhren  überragen  die  Ausfuhren
sehr  bedeutend;  in  1876,  einem  allerdings
anormalen  Jahr,  loar  das  Quantum  der
Einfuhr  au  Weizen,  Gerste,  Mais,  Reis,
Hülsenfrücksteu  und  Mehl  94,289,269  kg
(SBeiaeii  45,927,963,  miß  36,441,860
kg).  —  Die  Wertrelation  der  Einfuhr
und  Ausfuhr  ergeben  die  nachstehenden
letzten  Ausweise  (in  Millionen  Mark):
Einfuhr  Ausfuhr
1876:  20,6t  1,26
1877:  14,13  1,82
Dagegen  ist  der  Weinbau  von  hervorragender ­
  Bedcutmlg;  P.  ist  ein  Weinland
ersten  Ranges  und  nimmt  unter  den  Wein
produzierenden  LändernEuropas  die  fünfte
Stelle  ein.  Auf  189,500  ha  gewinnt  man
jährlich  ca.  5  Mill,  hl  Wein.  Die  wichtigste ­
  Gegend  ist  die  am  Douro  (Alto
Douro),  woher  die  Portweine  kommen
(500,000  hl  auf  30,882  ha);  vom  R.
kommt  der  Bino  Verde,  in  der  Mitte
der  sogen.  Bairrada  wachsen  gute  weiße
und  rote  Weine,  andre  im  N.  und  S.
vom  Tejo,  welche  auch  dem  Bordeaux-,
Rhein-  und  Muskatwein  gleichen.  1874
wurden  302,014  hl  exportiert,  davon
191,008  nach  England,  88,710  nach  Brasilien. ­
  Porto  allein  exportierte  1879:
26  %RiH.  Kit.  im  %Bert  von  23,3
Mk.,  Lissabon  1878  für  6  Mill.  Mk.  Der
Ertrag  von  Orangen  ist  ein  enormer,  1874
gelangten  ca.  340  Mill,  zur  Ausfuhr;
von  Citronen  werden  jährlich  ca.  33  Mill.

geerntet;  von  Feigen  wurden  6,95  Mill,
kg,  von  Zwiebeln  38,65  Mill,  kg  exportiert. ­
  Die  Ausfuhr  von  Olivenöl  aus  Lissabon ­
  allein  wertete  1878:  1,6  Mill.  Mk.
—  Der  Viehstaud  ist  relativ  nicht  bedeutend; ­
  es  entfallen  auf  1000  Einw.  157
Rinder,  746  Schafe  und  243  Schweine.
Rach  der  letzten  Zählung  (1870)  gab  es:
Pferde  .  .  88000  Schafe.  .  2977454
Maultiere.  50600  Ziegen  .  936869
Esel.  .  .  137950  Schweine.  971085
Rinder  .  .  624568
Ein  lebhafter  Handel  mit  lebendem  Rindvieh ­
  nach  England  hat  sich  in  neuester
Zeit  entwickelt,  so  daß  1878  aus  Porto
schon  für  5,3  Mill.  Mk.  dorthin  exportiert
wurden.  Dabei  werden  aber  nicht  unerhebliche ­
  Posten  von  Butter  eingeführt
(1878  nach  Lissabon  für  2,9  Mill.  Mk.).
Für  Wolle  besteht  ein  Markt  zu  Evora,
auf  welchem  jährlich  ca.  600,000  kg  zusammenkommen, ­
  und  der  Umsatz  erreicht
9  Mill.  Mk.  —  Der  Waldbcstand  beträgt ­
  11,2  Proz.  des  Gesamtareals;  unter
den  Waldprodukten  spielt  Kork  die  Hauptrolle, ­
  der  Export  von  Korkholz  aus  Lissabon ­
  belief  sich  1878  auf  4,5  Mill.  Mk.
Der  ausgedehnteste  Forst  ist  der  aus  Seekiefern
  bestehende  königliche  Wald  von
Leiria.  Der  Import  von  Holz  u.  dgl.
ist  aber  ein  sehr  ansehnlicher,  1876  für
959.000  Mk.  gegen  einen  Export  von
1.186.000  Mk.—Der  Bergbau  hat  sich
in  der  letzten  Zeit  sehr  stark  entwickelt.
Anfang  1878  loaren  276  Werke  konzessioniert, ­
  welche  ein  Areal  von  40,851  ha  beanspruchen; ­
  im  Betrieb  waren  indes  nur
80  Werke.  Die  Gesamtproduktion  von
1802—75  gibt  die  offizielle  Statistik  auf
27,772,670  Ctr.  im  Wert  von  75,6  Mill.
Mk.  an;  davon  kamen  auf:
Eisenkies  .  .  50,«  Manga».  .  .  5,i
Kohle  .  .  .  10,7  Blei  .  ...  1,5
Kupfer  ...  5,8
Die  Eisengewinnung  ist  ohne  alle  Bedeutung, ­
  und  so  bezieht  P.  seinen  Bedarf  an
Eisen-  und  Eisenwaren  fast  ausschließlich
aus  England.  Bon  dort  kommt  auch  der
größte  Teil  der  verbrauchten  Steinkohle;
1872  wurde  die  Produktion  auf  12,387
Ton.  berechnet;  1875  wurde  für  3,8  Mill.
Aik.  Kohle  eingeführt.  Überhaupt  bezifferte
            
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