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Russisches Reich (tierische Produkte, Seidenzucht).
S ei d e u z u ch t wird iu einigen südlichen
Gouvernements betrieben, die Produktion
ist indessen unbedeutend, und Rußland
führt daher für seine Seidenfabriken große
Mengen ausländischer, namentlich ita
lienischer. Seide ein. Zur Herstellung ge
ringerer Waren braucht man transkauka
sische und persische Seide. Die Einfuhr
stieg in jüngster Zeit enorm und zwar von
164,000 kg in 1877 auf 446,700 kg in
1878 und 560,900 kg in 1879.
Der Wert der eingeführtenSeide betrug
1878: 38,1 Mill. Mk. Rohseide ist mit
einem Einfuhrzoll von 9,90—99 Mk.
pro 100 kg belegt. Die Einfuhr vonSei-
denwaren zeigt seit 1877 wieder eine stei
gende Tendenz; sie betrug 1877 : 58,548
kg, stieg 1878 auf 104,678 kg, 1879
auf 106,174 kg. Der Wert der Einfuhr
1878 war: über die europäische Grenze 9,6
Mill. Mk. (1875: 21 Mill. Mk.). über die
asiatische Grenze 5,9 (1875: 0,72) Mill.
Mk. Der Zoll auf Seideuwaren ist 1—5
Rubel vom Pfund, d. h. 792—3964 Mk.
für 100 kg. Die Weberei hat ihren Sitz
in der ltmgegend von Moskau und ist
hauptsächlich Hausindustrie; die dabei
verwendeten Garne bezieht man aus Mai
land, auch aus Lyon. Deutschlands An
teil an dem Seidenhandel ist nicht nen
nenswert.
Bon andern tierischen Produkten, welche
in den Handel gelangen, sind die wich
tigsten: Butter, Talg, Knochen. But
ter wird schon seit längerer Zeit ex
portiert; die Ausfuhr war 1871' am be
deutendsten, damals wurden 3,886,800
kg ausgeführt; iu den Jahren 1878
und 1879 betrug der Export 2,855,404,
resp. 3,250,480 kg. Für Käsebereitung
ist der Kreis Kortschewa im Gouverne-
nient Twer Mittelpunkt; 1876 wurden
246,230 kg meist über Odessa ausge
führt. Talg war früher als sehr bedeu
tender Exportartikel aufgeführt; seitdem
aber Amerika und Australien den europäi
schen Markt mit ihren Produkten zu über
schwemmen anfingen, hat sogar ein Im
port in größerm Maßstab begonnen: der
Export von Talg betrug 1877 noch 18,2
•Whit, kg, aber 1879 nur noch 0,i Mill,
und dabei wurden im letzten Jahr
7,143,512 kg importiert; es fand also,
und zwar zum erstenmal, eine Mehrein
fuhr statt. Der Export von Talg nimmt
seinen Weg fast ausschließlich über Pe
tersburg-Kronstadt, welchen Weg auch
die Einfuhr wählt. Knochen bildeten
in früherer Zeit einen wertvollen Export-
gegenstand; 1872 brachte diese Ausfuhr
2.592.000 m., 1878 mir no# 480,000
Mk. Die Menge im ersten Jahr war
16.646.000 kg, im zweiten 4,723,200kg;
1879 betrug sie sogar nur noch 938,474
kg. Dieser Rückgang erklärt sich aus
der steigenden Ausfuhr von Knochenmehl
und Knochenschrot, 1879 ca. 45 Mill, kg,
nach England, Deutschland und nach
Schweden als Düngstosf. Unverarbeitete
Knochen zahlen einen Ausfuhrzoll von
2 Mk. pro 100 kg. — Andre wichtige
Exportartikel sind Borsten und rohe
Häute; von Borsten wurden 1878:
2,312,400 kg, 1879: 1,886,000 kg, von
Dm Ickten 1879 : 3,522,720 kg ans#:;
führt, und zwar nimmt diese Ausfuhr
ihren Weg über St. Petersburg. Zu
gleicher Zeit werden aber noch bedeutende
Mengen von Häuten eingeführt, welche
in den russischen Gerbereien teilweise zu
Juchten verarbeitet werden. Die Ausfuhr
von Leder ist indes starken Schwankungen
unterworfen und in jüngster Zeit sehr her
untergegangen; sie betrüg 1878: 598,420,
1879:479,716 kg. Bei diesem Ausfall ist
Juchtenleder allein mit einem Minus von
114,800kg beteiligt. Die Summe derAus-
fuhr an Vieh und nüchtigern tierischen Pro
dukten beziffert sich demnach für 1878 auf
146 Mill. Mk. und zwar (iu Millionen):
Vieh
Wolle
Seide.
Borsten
Tasi, .
Knochen
Eier .
C. Forstwirtschaft »iid Jngd.
Die dritte Quelle des Nationaleinkom
mens , dem Wert nach die zweite, ist der
Waldbestand. In den Gouvernements
Wologda, Olonez, Perm, Wjatka, Now
gorod und Finnland sind 92,8—52,3 Proz.
der Gesamtfläche mit Wald bedeckt; doch
ist die Produktion hier eingeschränkt, weil
die Flüsse nur 3—4 Monate eisfrei sind.
Der Holzverbrauch in andern Gegenden