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Sachsen-Koburg-Gotha — Sachsen-Meiningen.
und Flachs. Nach der Viehzählung von
1873 cS 57,428 Minbet, 8892 Bferbc,
30,771 Schafe und 37,552 Schweine.
Pferdemärkte und Wollmarkte werden zu
Altenburg gehalten. Der Bergbau lieferte
1879: 585,578 Ton. Braunkohlen im
Wert von 1,080,427 Mk. - Industrie.
Nach der Gewerbezählung von 1875 gab eS
12,094 Hauptbetriebe mit 27,074 Perso
nen (1349 bei Leiuweberei, 1284 bei Tabak-
fabrikation, 1024 beim Braunkohlenberg
bau, 926 bei Dreh- und Schuihwarcu, 814
bei Kammgarnweberei re.); 1879 zählte
man 224 feststehende Dampfkessel. — Aus
geführt werden: Getreide, Vieh, Braun
kohlen, Holz, Porzellan, GlaS, Hand
schuhe u. a. Das Herzogtum gehört zum
Thüringischen Zoll- u. Haudelsvcrein. —
Länge der Chausseen 419 km; btc Elsen
bahnen (Privatbahnen) hatten 1. April
1880 eine Länge von 8,6km. — Kredit
wesen. In der Stadt besteht die Allge
meine Deutsche Kreditanstalt, im Herzog
tum (1875) 12 Sparkassen mit 6,058,527
Mk. Aktivbestand. — Staatshaus
halt. Der Etat für 1881—83 beziffert
sich auf 2,418,131 Mk. Im Etat 1878-
1880 balancieren Einnahmen und Aus
gaben mit 2,274,347 Mk. Hauptposten
sind bei den Einnahmen: aus dem Staats-
Vermögen 938,956 Mk., Steuern und Ab
gaben 855,815 Mk.; bei den Ausgaben
verlangen Reichszwccke206,831Mk., Ma-
triM(¡üeürM 1881-82: 297,448 9Rf.;
die Staatsschuld beträgt 74,233 Mk.
Der Vermögensstand bei der Staatsver
waltung war Ende 1879 : Aktiva 6,475,430
1.801,263 m.
Sachsen-Koburg-Gotha, zum Deut
schen Reiche gehöriges Herzogtum, besteht
aus zwei getrennten Herzogtümern, Ko
burg und Gotha, zu welchen noch meh
rere Parzellen gehören; 1968 qkm (35,74
QM.) mit (isso) 194,479, dagegen 1875 :
182,599 Eiuw., fast nur Protestanten. —
Produktion. Hauptbeschäftigung ist
Landbau. Von dem Gesamtareal ist nur
l,i Proz. Ödland, 53 Proz. sindAcker und
Gärten, 12 Proz. Wiesen und Werden, 30
Best# waTenl878im
Hafer 16,582ha, mit Roggen 15,007, mit
Weizen 11,251, mit Gerste 11,064, mit
Kartoffeln 9250ha. Die Viehzählung von
1873 ergab 7318 Pferde, 59,340 Rinder,
108,424 Schafe und 39,144 Schweine.
Bergbau wird auf Steinkohlen (1879: 268
Ton.) und Manganerze (1168 T. im Wert
von 78,224Mk.)betrieben; Salz(3255T.)
gewinnt man aus Sole. — Industrie,
iltach der Gewerbezählung von >875 gab es
15,627 Hauptbetriebe mit 31,938 Perso
nen; Hauptgegenständc der Industrie sind
die Fabrikation von Korbwaren, Marmor-
waren, Pfeifen (Ruhla), Glas, Kamm
garn, Plüsch rc. Das Herzogtum gehört
zum Thüringischen Zoll- unb Handels
verein. — Die Landstraßen haben eine
Lange von 721 km, die Eisenbahnen
(1. April 1880) 26,4 km, davon 9,1 km
Staatsbahncn. — Kreditanstalten
sind : die Gothaer Privatbank (Kapital: 5,4
Mill. Mk.), Koburg-Gothaische Krcdit-
sellschaft (6 Mill.Mk.), Deutsche Grund
kreditbank zu Gotha (10,5 Mill. Mk.).
Zu Gotha bestehen auch eine Feuerversiche-
rungs- und eine Lebcnsversicherungsbank,
beide sehr bedeutende Institute, und ein
Vicekonsulat für Brasilien; ein eignes Kon
sulat unterhält S. in Frankfurt a. M. —
Staatshaushalt. Der Staatskassen-
ctat 1877—81 balanciert in Einnahme
und Ausgabe mit 3,312,100 Mk., da-
D0,1 878,900, 2,433,200
Mk. Hauptposten sind bei den Einnah
men : direkte Steuern 1,328,039, indirekte
617,999, Staatsdomänen 638,805 Mk. ;
bei den Ausgaben: Staatsschuld 536,645
Mk., Matrikularbeitrag 1881 — 82:
372,409 Mk. Der Stand der Staats-
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Sachsen-Meiningen, zum Deutschen
Reiche gehöriges Herzogtum, besteht außer
dem Hauptlaud aus der Herrschaft Kra
nichfeld, der Grafschaft Kambura und elf
kleineruParzellen; 2468 qkm (44,8 QM.)
mit (isso) 207,147, dagegen 1875:194,494
Einw. (darunter 2043 Katholiken, 1594
Juden). — Produktion. Von dem Ge-
sanrtareal entfallen auf Acker und Gärten
53 Proz., Wiesen und Weiden 12 Pro;.,
Wald 30 Proz. Bestellt waren 1878 mit