Full text : Lexikon der Handelsgeographie

Schweiz  (Urproduktion:  Ackerbau,  Viehzucht).

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Die  Landwirtschaft  kann  demnach
nicht  genügend  für  den  Konsum  produzieren', ­
  obschou  man  annimmt,  daß  einige
Kantone:  Luzern,  Solothurn,  Frerbnrg
unb  Schaffhausen,  keiner  Zufuhr  bedürfen.
Nach  einer  Schätzung  beläuft  sich  die  durchschnittliche ­
  Jahresernte  voii:
Weizen  auf  756000  hl  I  Gerste  ouf  504000  hl
Roggen  -  5060000  hl  >  Hafer  -  1872000  hl
Dem  großen  Verbrauch  entsprechend
sind  die  'schnell  zunehmenden  Zufuhren,
1880:  3,570,093  Ctr.  und  zwar:
Weizen  2704106  Ctr.  >  Hafer.  .  278370  Etr.
Roggen  27888  .  Mais.  .  287373  -
Gerste  .  160510  -  ¡  Erbsenrc.  21747  -
dazu  noch  172,974Ctr.  Mehl  und  137,025
Ctr.  Malz.  Der  größte  Teil  dieser  Zufuhr
kommt  aus  Deutschland  (zum  Teil  österreichischen ­
  Ursprilngs)  und  auö  Frankreich, ­
  und  zwar  besteht  die  deutsche  fast
ausschließlich  in  Weizen.  Die  Ausfuhr,
höher  als  in  frühern  Jahren,  betrug  nur
35,240  Ctr.  Mehl.  —  Ebenso  ungenügend ­
  ist  die  Kartoffelproduktion,
welche  1880  eine  Einfuhr  von  280,454
Ctr.  verlangte,  während  die  Ausfuhr  nur
9272  Ctr.  betrug.  Überhaupt  ist  die  landwirtschaftliche ­
  Produktion  nach  allen  Richtungen ­
  unzulänglich,  selbst  in  Obst  und
Wem,  obgleich  eö  einige  reiche  Obstund ­
  Weiugebiete  gibt.  So  betrug  die  Einfuhr ­
  von  Wein  iil  Fässern  1880:  aus
Frankreich  470,912  Ctr.,  aus  Deutschland
163,763  Ctr.,  aus  Italien  104,650  Ctr.,
aus  Österreich  (in  außerordentlich  schneller ­
  Zunahme)  274,999  Ctr.  außer  einer
Einfuhr  von  Wein  in  Flaschen,  welche
sich  auf  6765  Ctr.  bezifferte.
Die  V  i  e  Hz  u  ch  t  ist  bedeutend  wichtiger;
schon  die  große  Ausdehnung  der  Wiesen
und  Weiden  (34,8  Proz.  deö  Gesamtareals) ­
  bedingt  das.  Nach  der  Zählung
von  1876  war  der  Wert  der  Maultiere
lind  Maulesel  1,3  Mill.  Mk.,  der  Bienenft“
  Älf  JS
SÄÄ  8Ş
138  unb  125  ©Wiiie.
Nindviehstand  ist  also  cm  ziemlich  hoher,
und  in  der  That  gehen  leben  Herbst

Transporte  von  »Welschlandvieh«  nach
Italien;  dafür  ist  der  Import  aber  von
andrer  Seite  um  so  stärker.  Nachstehende
Zahlen  zeigen  die  Veweguug  des  Vieh-Handels
  für  1880:  ^
6146  2  008
104036  81036
64331  14008
68880  15507

Pferde  .  .
Rinder  .  .
Schafe  nnd  Ziegen
Schweine  .

Auch  die  übrigen  Produkte  der  Viehzucht
sind,  Käse  allein  ausgeuommen,  für
den  Bedarf  ganz  ungenügend.  Der  Handel ­
  mit  Fleisch  balanciert  in  Einfuhr
und  Ausfilhr.  Butter  wird  zumeist  aus
Deutschland,  1880  im  Betrag  von  50,520
Ctr.,  importiert,  Eier  36,382  Ctr.,  Geflügel ­
  13,508  Ctr.  rc.  Dagegen  ist  allerdings ­
  Käse  ein  sehr  bedeutender  Exportartikel.
  1880  betrug  die  Einfuhr  13,254,
die  Ausfuhr  217,189  Ctr.  Frankreich
nimmt  nach  beiden  Richtungen,  soivohl
beim  Import  als  beim  Export,  die  erste
Stelle  ein,  während  Deutschland  in  zweiter ­
  Stelle  steht.  Von  dort  wurden  1880
importiert  4264  Ctr.,  dahin  exportiert
62,611  Ctr.  Käse.  Die  berühmtesten  Sorten ­
  liefern:  das  Greyerzcr  Land,  das  Saanen-,
  Emmen-,  Maderancr-  imb  Nrsernthal
  und  das  Tavetsch.  Von  sonstigen  tierischen ­
  Produkten  siild  als  im  Handel  wichtig ­
  zu  nennen  (in  metrischen  Centnern):
Einfuhr  Ausfuhr
Federn  und  Flaum  .  .  2  782  169
Liante  und  Felle  .  .  .  9966  47476
Wolle  23238  8  530
Die  Mehrausfuhr  voll  Fellen  ist  bezeichncild
  für  den  Stand  der  schweizerrschcil
Ledcriudustrie,  welche  durchweg  auf  die
Einfuhr  augewieseil  ist,  wahrend  der
Mehrimport  von  Wolle  keineswegs  Emancipatiou
  vom  fremden  Markt  bedeutet,  denn
starke  Mengen  Von  Wollgarn  lind  Wollwaren
  werden  besonders  aus  Deutfchland
  und  Frankreich  eingeführt.  —  Nennenswert ­
  sind  ferner  die  Bieueuzucht
(man  zählte  178.000  Bieueustöcke)  und
die  Seidenzucht,  welche  in  einigen  mildern ­
  Thälern  gedeiht.  Aber  1880  wurden
doch  2841  Ctr.  Honig  importiert,  und  die
Einfuhr  von  Seidenkokons  und  Seidenabfällcn
  belief  sich  auf  15,268  Ctr.,  die
            
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