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Tuamotuinseln — Tunis.
. Tuamotuinseln, s. Paumotu-
lnseln.
Tubuai-Inseln, s. Polynesien.
Tula, Hauptstadt des gleichnamigen
russ. Gouvernements, an der Upa und
der Eisenbahn Moskau-Orel; (1S7S)
57,374 Einw. Ressort des deutschen Kon
suls in Moskau; Bank der Alexandra-
Waisenanstalt; Transportgesellschaft Na-
deshda. Die große Gewehrfabrik beschäf
tigt über 7000 Arbeiter und liefert jähr
lich 70,000 Gewehre, eine große Menge
blanker Waffen, Stahl- und Eisenwaren.
Berühmt ist das »Tulametall« (Niello).
Im ganzen bestehen hier 116 Fabriken.
Tunis, Gebiet in Nordafrika unter
französischer Oberhoheit, 118,400 qkm
(2150 QM.) mit 2,100,000 Einw. (Ara
bern, Mauren, Berbern), sämtl. Moham-
incdaner außer 45,000 Juden, 25,100
Katholiken. 400 Griechisch-Katholischen,
100 Protestanten. — Das Land ist im
O. flach und unfruchtbar, im S., in einer
Depression, liegen die sumpfigen Salz
seen (»Schotts«), welche man nach Durch
stechung der Landenge von Gabes mit
dem Mittelmeer zu verbinden gedenkt.
Der Ackerbau wird sehr mangelhaft be
trieben, ebenso der Bergbau aus Blei und
Quecksilber. Der Handel konzentriert sich in
der H a u p t st a d t T. (mit dem Hafen G o -
letta) und geht auch über Sfakeö, Susa
und Dscherba. Die Ausfuhr (Weizen,
Esparto, Wolle, Gerste, Ochsen, Datteln,
Olivenöl, Wachs, Häute, Schwämme,
Baumwoll- und Leincngewebe, Fes, But
ter, Honig) tuértete 1879: 2,735,329 Mk.
Durch unkluge Besteuerung ging der Ex-
port von 1872-78 bei Olivenöl von über
5 Mill. Mk. ans 120,201 Mk., bei Dat-
tebt Don 630,352 9Rf. auf 235,529 3Rf.
herunter. Im Jmporthandel beherrscht
England den Markt; derselbe betrug 1879:
з, 567,200 Mk. und bestand inBaumwoll-
und Leinenwaren, Rohseide, Woll-und
Seidenwaren, Häuten und Fellen, Farb-
waren, vergoldeten Artikeln und Juwe
len, Quincaillerie und Kurzwaren, Me
dikamenten. Die Karawanen aus dem
Innern bringen über Ghadames, Wargla
и. a.: Senna,Straußenfedern, Goldsand,
oumim, Elfenbein und nehmen dafür
Tuch, Musseline, Seidenzeuge, rotes Le
der, Gewürze, Waffen und Kochenille zu
rück. — Die Handelsflotte zählt etwa
410 Schiffe vou 12,000 Ton. Der
Schiffsverkehr war 1877:
(Einstallst Ausgang
Tunis (Goletta) . . 447 441
Susa 260 259
Sfaks 492 487
meist italienische Schiffe, demnächst fran
zösische, spanische rc.—Die E i s e n b a h n c it
haben 60 km Länge; an eine französische
Gesellschaft ist eine Linie bis zur algeri
schen Grenze konzessioniert. Ein franzö
sisches und ein italienisches Postbürcau
besteht in der Hauptstadt. Die 964 km
langen Telegraphenlinien sind fran
zösisch. — Ein deutsches Generalkonsu
lat besteht in der Hauptstadt T., Vice-
konsulate in Goletta und Sfakes.
Die Regierung durch den Bei war früher
willkürlich und despotisch; seit Anfang
1881 wird dieselbe faktisch durch Frankreich
ausgeübt. Infolge der Einstellungen der
Zinszahlungen ist unter Mitwirkung der
interessierten Machte England, Italien
und Preußen eine Art europäische Kon
trolle zustande gekommen; durch diese
»europäischeFinanzkommission« ward die
äußere Schuld auf 100 Mill. Mk. re
duziert. Zu ihrer Verzinsung und even
tuellen Amortisierung trat der Bei die
Zolleinnahmcn u. a. ab, welche durch die
1872 eingetretene Zollerhöhung von 4
auf 8 Proz. vermehrt wurden. G:tii neues
Darlehen von 516,000 Alk. wurde der
Regierung 1879 von der Franco-Tune
sischen Bank zu dem sehr niedrigen Zins
fuß von 8Vr Proz. bewilligt. Nach dem
Budget 1874—75 beliefen sich die Ein
nahmen auf 5,4 Mill. Mk., nämlich Aus
fuhrzölle 2,s Mill. Mk., ferner Einfuhr
zölle, Taxen auf Olivenbäume, Tabaks-
und Salzmouopol rc.; die Ausgaben auf
5 Mill. Mk., davon öffentliche Schuld
4,46 Mill. Mk.
Geld. Mau rechnet nach Sbilicn oder
Piastern—50 Pfennig deutsche Wäh
rung. Valuta ist Silberwährung. Die
Rechnnugen ansässiger fremden Kaufleute
werden in Frankenwährung gestellt. Um
laufende Goldmünzen: zu o, 10, 25, 50