Vereinigte Staaten (Ackerbau: Zuckerrohr, Tabak).
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gen große Mengen von Weizen und Mais
auf den natürlichen Wasserstraßen, Kanälen
und Eisenbahnen, welche namentlich in
jüngster Zeit geschaffen worden sind, uni
dann von Chicago und Milwaukee auf
den Seen nach Eric und Buffalo und weiter
per Bahn nach New Aork, Baltimore,
Philadelphia u. a. befördert ru werden.
Wetteifernd haben sich die Eisenbahnen
bemüht, in der Verfrachtung von Getreide
das Möglichste zu leisten. Bon 1872—76
ging der Frachtsatz von 33 Cent pro
Bushel auf 17 Cent herunter. Die Fracht
pro Bushel Getreide von Chicago via Baltimore,
Philadelphia, New Pork oder
Moiitreal ilach Liverpool betrug iiur 34,ic
bis 36,30 Cent; somit kostete die Landfracht
ungefähr dasselbe wie die Seefracht. Die
Fracht auf den Kanälen ist erheblich billiger;
1872 betrug dieselbe noch 42 Cent,
1878 nur 9 Cent pro Bushel. — Reis
baut man vorwiegend in Südcarolina (der
Carolinareis gilt als der vorzüglichste),
aber auch in Georgia, Nordcarolina, Louisiana,
Mississippi, Alabama, Florida, in
andern Staaten weniger. Diese Kultur
ging nach dem Krieg so bedeutend zurück,
daß' der Ertrag, welcher 1860: 187 Mill.
Pfd. betrug, sich 1870 nur auf 73 Mill.
Pfd. belief. Jetzt ist mau in zunehmendcm
Maß auf die Einfuhr angewiesen,
welche von 41,4 Mill. Pfd. 1878 sich aus
70,3 Mill. Pfd. 1879 und auf 51,9 Mill.
Psd. in 1880 steigerte. In demletztenJahr
bezifferte sich der Wertbetrag auf 5,5 Mill.
Mk. — Auch der Zuckerrohrbau hat
durch den Krieg gewaltig gelitten. Zuckerrohr
bauen die Golfstaaten, namentlich
Louisiana, und dieser Staat allein produzierte
1861: 459 Mill. Pfd. Zucker, dagegen
1870 nur 81 Mill. Pfd. Indes hat
die Zuckerrohrerzeugung in jüngster Zeit
wieder zugenommen. Mit Einscbluß von
Ahornzucker, der namentlich aus Vermont,
Massachusetts, New Hampshire, Ohio iiub
New Bork kommt, von Sorghumzucker
(aus China tu die Weststaaten eingeführt)
und etwas Rübenzucker betrug die amcrrkanische
Zuckerproduktion nach dem offtziellen
Bericht 1870: 60,4 Mill, kg, aber
1880: 170 Mill. kg. Nun ist aber der
Zuckerverbrauch in der Union cm sehr bedeutender;
man hat denselben für 1879
auf 743,174 Tonnen, d. h. auf 14,8kg pro
Kopf, berechnet. Daher ist derImport, der
namentlich von Cuba kommt, ein außerordentlich
starker; abgesehen von kleinen Posten
raffinierten und Kandiszuckers, wurden
1880 für 355,3 Mill. Mk. eingeführt,
davon Rohzucker 313,9 Mill. Mk., Melasse
36,5 Mill. Mk., Meladc und Zuckcrrohrsirup
4,9 Mill. Mk. Dein steht eine
Ausfuhr von nur 13,8 Mill. Mk. cinheimischcn
Zuckers gegenüber, aber es ist bemerkenswert,
daß dieselbe fast ausschließlich
in Raffinade besteht. Unter den Stapelplätzen
steht New Pork obenan; ihm
schließen sich Boston, Baltimore, Philadelphia,
New Orleans, Portland an. —
Für Tabak ist die Union das wichtigste
Prodnktionsgebiet. Die Kultur wird in
20 Staaten, am ausgedehntesten in Kentucky
(80,000 ha), Virginia (40,000ha),
Missouri und Tennessee (je 25,000 ha),
demnächst iil Ohio, Maryland, Nordcarolina
und Indiana, betrieben. Man berechnete
die bestellte Fläche 1877 auf
298,000 ha, 1878 auf nur 232,000 ha
und den Ertrag im ersten Jahr auf 580
Mill., im zweiten auf 429,sMill. Pfd. Der
Wert der Ernten sank demgemäß voir 170,5
Mill, in 1877 auf 108,i Mill. Mk. in
1878. Voir 1868—78 war aber der Wert
eines Pfuildes Tabak von 10,6 Cent auf
6 Ceut gefallen. Trotz dieser Produktion
besteht ein ziemlich ansehnlicher" Handel
mit fremden Produkten und Fabrikaten
(Cigarren), von denen nur cm kleiner
Teil das Saub wieder verläßt; vou 3 Mill,
kg Blättern, welche 1878-79 eingeführt
wurden, gingen llur 179,000 kg wieder
aus, ebenso voll 281,000 kg Cigarren
nur ca. 32,000 kg. Der Export aller
Sorten Tabak bezifferte sich 1879—80
auf 77,3 Mill. Mk., wovoil auf Blättertabak
allein 68,8 Mill. Mk. kommen, der
Rest auf Cigarren, Schnupftabak und
andre Fabrikate. Unter allen außereuropäischeil
Ländern, welche insgesamt ein
Quailtum von 208 Mill, kg Rohtabak
im Wert von 227 Mill. Mk. in dcil
Welthandel liefern, stehen die Vereinigteil
Staaten obenan. Sie lieferil dazu mehr
alö die Hälfte der Menge und nahezll die