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Birmingham -
Fluß schwer zubefahren, und der Handels
verkehr nimmt eher ab als zu. Er beträgt
kaum Yio der andern Route. Nach China
wie auch nach Assam werden europäische
Waren durch die Schau oder Lao, ein be
triebsames Handels- und Bergvolk, ge
bracht. Die Einfuhr aus Britisch-B. hat
in den letzten acht Jahren durchschnittlich
um 1 Mill. Mk. mehr betragen als früher.
Der Ausweis von 1868—69 zeigt einen
Wert von 25 Mill. Mk. an Ausfuhr nach
Britisch-B. und von 18 Mill. Mk. Ein
fuhr nach B. Die Grenzzölle sind auf
englischer Seite aufgehoben; B. erhebt
5—10 Proz. vom Werte der Ware. Ein
fuhrartikel sind namentlich: Baumwoll-
und Seidenzeuge, Tuch, Stahl, Pulver,
Waffen, Reis; die Ausfuhr besteht haupt
sächlich in Thee, Leder, Edelsteinen, irde
nen und metallenen Geschirren. — Geld.
Von Münzen laufen nur britisch-ostindi
sche Silbermünzen um. sonst sind Silber-
klumpen von 4— 20 Tikal (66%—331 Vs
g) im Gebrauch. Maße: das Teoug —
0,48 in, das Lann — 4 und das Bambù
— 7 Teong; das Teng — 26,5 kg, der
Koyan — 100 Tena. Gold- und Sil-
b e r g e w i ch t das Pehtha od. Miß—1,6 kg.
Birmingham (spr. borminghäm), die
größte Metallwcrkstätte und nächst Man
chester die größte Fabrikstadt Englands,
im Mittelpunkt einer großartigen Kanal
und Eisenbahnverbindung (London and
Northwestern, Great Western and Mid
land), mit (1881)400,680Einw. Deutsches
Vicekonsulat; Bank of England, B.
Banking Eo., B. and Midland Bank,
Lloyd's Banking Eo., National provin
cial Bank of England, Worcester City
and County Bank. — Als große Werk,tättc
für Met allwar en führt B. den Namen
»Kramladen Europas«, wo die verschie
densten Waren aus Gold, Silber, Mes
sing, Kupfer, Bronze, Eisen, Stahl,
Glas, Papier, Leder rc. vom kleinsten
Zierat bis zur größten Maschine durch
Hammer und Guß hergestellt werden. Der
älteste Geschäftszweig Birminghams l,t
die Gewehrfabrikation, welche jetzt
600—700 Fabrikanten und 8 — 9000
Arbeiter beschäftigt. Sie hat von 1800—
1815 den vereinigten antinapoleonischcn
- Björneborg.
Armeen 2,673,400 fertige Gewehre, mehr
als 3 Mill. Flintenläufe, ebenso viele Ge
wehrschlösser geliefert und außerdem das
ganze Material für 1 Mill. Feuerwaffen
für Ostindien. Während des nordameri
kanischen Bürgerkriegs wurden an nord-
amerikanische Freistaaten 773,400 Flin
ten geliefert. Den bedeutendsten Fabrik
zweig bildet indes die Herstellung von
Bronze- und Messiugwaren, welche
20,OOOTon.Kupfer, ebensoviel alte Bronze,
11.000 T. Zink erfordert. Alle Arten von
Eisenwaren werden in ungeheuren Men
gen fabriziert: Maschinen, Acker-, Haus
und Schmiedegeräte, Nadeln (1000 Ar
beiter und 37Mill. Stück pro Tag), eiserne
Vogelbauer (1000 Arbeiter). Zur Fabrika
tion von Springfedern, Matratzen, Stüh
len u. a. werden jährlich 1000 Ton., für
Korkdraht 500 T. Eisen verbraucht. Die
Knopffabrikation beschäftigt 6000Arbciter.
und die Fabrikation von Stahlfedern ist
so riesig, daß wöchentlich 98,000 Groß, d.h.
14.112.000 einzelne Stahlfedern, im Wert
von 147,000 Mk. hergestellt werden. Nicht
weniger als 600 Fabrikanten und 7500 Ar
beiter verbrauchen wöchentlich 3000 Unzen
Gold und 6000 Unzen Silber zu Bijou
teriearbeiten, und den Wert der jährlich
verarbeiteten Edelsteine und imitierten
Steine schätzt man auf5 Mill. Mk. B. hat
die größte Krouglasfabrik in England und
liefert das beste klare, gefärbte und gemalte
Glas. Der Fabrikort S o h o ist schon eine
Vorstadt Birminghams zu nennen.
Bjelostok, s. Bialystok.
Björneborg, Stadt im russ. Gouverne
ment Finnland, au der Mündung dcö
Kümo in den Bottnischen Meerbusen,
Station der Lübeck- und Finnland-
Dampfschiffgesellschaft; (1875) 7346 Einw.
Deutsches Konsulat (Amtsbezirk : die Zoll
distrikte B. und Naumo); Kontor der
Nordischen Aktienbank für Handel und
Industrie, Finnlands Bank Kontor, Fö-
reningsb. Filial Kontor. 1879 liefen hier
31 deutsche Schisse von 10,451 Ton. ein
(gegen 17 im Vorjahr), aus deutschen
Häfen kamen 45 Schisse. Einfuhr: 1,02
Mill. Mk., davon deutsch 826,035 Mk.;
Ausfuhr (Holz): 4,66 Mill. Mk., davon
deutsch 278,543 Mk.