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Die Folge der wachsenden Schwankungen des deutschen Geldbedarfs
ist, daß die Kontingentsüberschreitungen der Reichsbank
immer größer und immer häufiger geworden sind.
Diese Wirkung war bereits zu erkennen, ehe die Erfahrungen
der letzten Jahre vorlagen, in welchen der durch den großen wirtschaftlichen
Aufschwung gesteigerte Geldbedarf eine Erhöhung des
durchschnittlichen ungedeckten Notenumlaufs und damit eine besondere
Verschärfung der Größe und Häufigkeit der Kontingentsüberschreitungen
bewirkte. Auch während sich der ungedeckte Notenumlauf der
Reichsbank im großen Ganzen noch in einer entschiedenen Abnahme
befand, hat sich die Wirkung der vergrößerten Spannung des ungedeckten
Notenumlaufs gezeigt, wie ich bereits im Jahre 1896 auf
Grund folgender Zahlen dargethan habe 1 :
Jahre
durchschnittlicher
ungedeckter
Notenumlauf
in 1000 Mark
I Spannung zwischen I
I Maximum u. Mini- 1
mutn des ungedeckten!
Notenumlaufs
Größte
Kontingentsüberschreitung
1876-80
1881—85
1886—90
1890—95
102 263
117 113
78 M3
48 879
267 551
302 469
566 688
619 447
32 679
109 478
148 283
Seitdem die außerordentlich starke Abnahme des durchschnittlichen
ungedeckten Notenumlaufs wieder einer kräftigen Zunahme
Platz gemacht hat, fangen die Verhältnisse an, geradezu unhaltbar
zu werden; während bis zum Jahre 1895 die Steuergrenze stets nur
um die Jahreswende und Ende September bis Anfang Oktober überschritten
worden ist, ist seit dem Jahre 1896 das Kontülgent regelinäßig
bei jedem Qnartalswechsel überschritten worden. In diesem
Jahre (1898) belief sich Ende Juni, zu einem Zeitpunkt, an welchem
vor dem Jahre 1896 überhaupt niemals eine Kontingentsüberschreitung
stattgefunden hatte, die Kontingentsüberschreitmlg auf
129 mi 97W; bog iß ein Betrag, melier not bein 31. ^ege1nbet
1895 niemals, auch nicht am Ende des dritten Quartals und am
Jahresschluß erreicht worden ist. Der 30. September 1898 zeigte die
weitaus größte aller bisher vorgekommenen Kontingentsüberschreitungen
im Beitage non 277 mßtonen 9)W. 3m 3#e 1897 geigten non ben
48 Wochenübersichten der Reichsbank nicht weniger als neun eine
Finanzarchiv von Schanz, XIII, 2, S. 108.