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Vor allem wurde die kostenlose Übertragung aus alle deutschen Bank-
plätze eingeführt. Hauptsächlich der Gewährung dieses Vorteils ist
es zu danken, daß sich der deutsche Geldverkehr von allem Ansang
an dieser neuen Einrichtung in großem Umfang bedient hat, und
daß sich seither der Giroverkehr der Reichsbank in außerordentlich
günstiger Weise entwickelt hat.
Bereits im Jahre 1876 belief sich der Umsatz der Reichsbank
im Giroverkehr auf mehr als 16 Milliarden Mark. Er ist seither
fast ohne Unterbrechung bis ans 104 Milliarden Mark im Jahre 1897
gestiegen Ein großer Teil der Umsätze besteht freilich ans Ein
zahlungen und Auszahlungen, die in barem Geld erfolgen; nach Ab
zug dieser Summen ergiebt sich, daß die Barzahlungen erspart wurden
im Jahre 1876 bei einem Umsatz von 10 Milliarden Mark, 1897
bei einen: Umsatz von 83 Milliarden Mark. Neben dieser gewaltigen
Vergrößerung der Giroumsätze ist zu beachten, daß die Umsätze auch
im Verhältnis zu dem Betrag der Giroguthaben sich stark vergrößert
haben. Im Jahre 1876 kan: auf je 1 Mark des durchschnittlichen
Giroguthabens ein Umsatz von etwa 240 Mark, im Jahre 1897 da
gegen ein Umsatz von etwa 410 Mark. So sehr hat sich die In
tensität der Ausnutzung der Giroguthaben gesteigert.
Infolge der glänzenden Entwickelung des Giroverkehrs hat sich
der durchschnittliche Bestand der Reichsbank an täglich fälligen Depo
siten von 219 Millionen Mark im Jahre 1876 aus 471 Millionen
Mark im Jahre 1897, also um 252 Millionen Mark, vennehrt. Um
diesen Betrag hat die Reichsbank die Mittel vergrößert, welche sie,
ohne die durch die Noteilsteuer gezogeile Grenze zu überschreiten, zur
gefunden, daß die Bankverwaltung kostenfreie Übertragungen für die Konten
inhaber auf jeden Bankplatz Deutschlands zugelassen hat."
Vergi, außerdem Hartung a. a. O. S. 325: „Der Verwaltung der
Preußischen Bank, welche in die Neichsbank übergeleitet werden sollte, war es
niemals zweifelhaft gewesen, daß die verfügbaren Mittel, welche zunächst nur
aus dem Grundkapital von 120 Mill. Mark und dem Kontingent von 250 Mill.
Mark, sowie dem Reservefonds bestanden, zur Erfüllung der der Bank über
tragenen Aufgaben nicht ausreichend waren, es sei denn, daß die Reichsbank
stets einen relativ hohen Zinsfuß festhielte. ... Es darf nicht unausgesprochen
bleiben, daß es nur der damaligen Bankverwaltung und den von ihr ange
wandten Maßnahmen zu danken ist, wenn das Bankqesetz sich nicht schon in
den ersten Monaten seiner praktischen Geltung als dringend reformbedürftig
erwiesen hat." — Es sei bemerkt, daß Hartung lange Jahre Mitglied des Reichs
bankdirektoriums gewesen ist.
1 Ausschließlich des Giroverkehrs der Reichs- und Staatskassen.