Full text : Zur Erneuerung des deutschen Bankgesetzes

dessen  ist  die  ganze  Situation  einer  Notenbank,  welche  ihre  eignen
Mittel  mitarbeiten  läßt,  günstiger,  als  die  Situation  einer  Notenbank, ­
  welche  ihre  eignen  Mittel  in  Effekten  festlegt,  und  deshalb
kann  die  erstere  Bank  den  an  sie  herantretenden  Kreditbedürfnissen
unter  sonst  gleicher:  Umständen  weiter  eirtgegenkomrrren,  als  die
letztere.
Daran  kann  auch  die  Thatsache  nichts  ändern,  daß  der  Status
der  Bank  von  Frankreich,  trotzdem  diese  Bank  ihre  eignen  Mittel  irr
Effekten  festgelegt  hat,  im  allgemeinen  günstiger  ist,  als  der  Status
der  Reichsbank.  Abgesehen  von  der  Verschiedenheit  der  wirtschaftlichen ­
  Verhältnisse  beider  Länder  spielt  hier  ein  banktechnisches
Moment  mit,  welches  geeignet  ist,  ben  Nachteil  der  französischen
Verwendung  des  Grundkapitals  auszugleicherr.
Der  Notenumlauf  einer  Bank  setzt  sich  nämlich  aus  zwei  verschiedenartiger: ­
  Bestar:dteilen  zusarruner:,  aus  Noter:,  welche  der  Verkehr ­
  der  größeren  Bequemlichkeit  halber  gebraucht  und  für  welche  der
volle  Gegenwert  irr  Bargeld  in  der  Bar:k  liegt  ur:d  aus  Noter:,  welche
zur  Kreditgewährur:g  ausgegeber:  werden.  Die  erstere  Kategorie  entlieht ­
  beispielsweise,  meni:  Barrengold  ii:  die  Varrk  gebracht  ur:d  geger:
derer:  Noter:  verkauft  wird  oder  wenn  direkt  oder  ir:direkt  Noter:  geger:
bares  Geld  aus  der  Bank  herausgeholt  werden;  diese  Noter:  sii:d
ihrem  Wesen  nach  nichts  anderes  als  Certifikate.  Die  zweite
Kategorie  entsteht,  wein:  die  Bank  Wechsel  mit  ihrer:  Noten  diskontiert
oder  Lo,i:barddarleher:  in  ihren  Noten  gewährt.  Nur:  gilt  allgemeir:
als  maßgebend  für  die  Sicherheit  einer  Noter:bank  das  Verhältr:is
  zwischen  Barbestai:d  und  Note,:  oder  zwischer:  Barbestand  und
sämtlichen  täglich  fälligen  Verbindlichkeiten,  nicht  aber  die  absolute
Höhe  der  durch  Barvorrat  nicht  gedeckten  Noten  oder  täglich  fälliger:
Verbindlichkeiten.  Dieses  Verhältnis  wird  aber  wesentlich  beeinflußt
durch  die  Zusaimnerffetzung  des  Notenumlaufs  nach  den  beider:  Kategorier:.
  Je  größer  der  Umfang  ist,  der:  die  als  Certifikate  dienenden
Noten  einnehmen,  desto  günstiger  ist  unter  sonst  gleichen  Umständen
das  Deckui:gsverhältnis.
Nun  hatte  die  Bank  vor:  Frankreich  im  Durchschnitt  des  Jahres
1897  einer:  Notenumlauf  von  3083  Millionen  und  einer:  Barvorrat
von  2580  Millionen  Mark,  während  die  Reichsbairk  einer:  Notenurrckauf
  von  1086  und  einen  Barvorrat  von  905  Millionen  Mark
íjatte.  Dageger:  belief  sich  die  Wechsel-  und  Lombardanlage  der
Do::  %rm:fre:d)  auf  885  mßtonen  BW,  6ei  bet  ^ei^^gbal^^
mis  753  Millionen  Mark.  Aus  der  annähernd  gleicher:  Kredit-
            
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