Contents: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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2, Die Bezugsgenossenschaften, vor allem zum gemeinsamen 
Ankauf von künstlichem Dünger, Saatgut, Futtermitteln, um durch 
len Bezug im Grossen dies Material billiger zu erhalten und nament- 
ich unter Garantie einer guten Qualität, Zu diesem Behufe werden 
Proben des bezogenen Materials, z. B. von künstlichem Dünger, Futter- 
nitteln, Samen etc. an besonderen Versuchsstationen einer Prüfung 
ınterworfen. Es wird damit der Zwischenhandel umgangen und 
der Profit desselben dem Landwirte selbst zugänglich gemacht, 
was seine vollständige wirtschaftliche Berechtigung hat. Durch diese 
Vereine ist der Bauer verhältnismässig schnell und. allgemeiner auf 
Jie Bedeutung jener Hülfsmittel aufmerksam gemacht und zum Gebrauch 
derselben veranlasst. Durch die offizielle Prüfung der Qualität ist die 
Wirkung für die ganze Volkswirtschaft eine ungleich grösere geworden. 
Es kann daher keinem Zweifel unterliegen, dass sie von hoher Wichtigkeit 
sind, und ihre Ausbreitung in jeder Hinsicht gefördert werden muss. 
Hieran schliessen sich die Genossenschaften zum Bezuge von Maschi- 
nen, indem eine genossenschaftliche Niederlage von landwirtschaftlichen 
Maschinen gehalten wird, aus welcher die Beteiligten zum Selbstkosten- 
preise ihren Bedarf decken können. 
Maschinen- u. 3. Wichtiger und verbreiteter ist nun die dritte Kategorie von Asso- 
Zuchttierge- ejationen zur gemeinsamen Beschaffung und Benutzung von Be- 
nossenschaften.4 .; ohsmitteln, zum Beispiel von Dresch-, Sä-, Mähmaschinen, um 
es gerade den Bauern zu ermöglichen, gemeinsam Maschinen zu ver- 
werten, die auf einem kleineren Grundstücke allein zu selten und 
infolgedessen zu unvollständig ausgenutzt würden, während bei einer 
Vereinigung einer grösseren Zahl sich eine bessere Verzinsung des 
Anlagekapitales erzielen lässt. In England und Amerika treten statt 
dessen mehr selbständige Unternehmer auf, welche mit solchen Maschi- 
nen herumziehen, oder sie zur Verleihung auf Lager halten. Die Ge- 
fahr von Zwistigkeiten bei schlechter Haltung der Maschinen durch 
einzelne Mitglieder, der Umstand, dass alle Nachbaren dieselben so 
ziemlich zu gleicher Zeit gebrauchen, erschweren die Durchführung 
solcher Genossenschaften, die deshalb leider nicht die wünschenswerte 
Ausdehnung gewonnen haben, 
In gleicher Richtung liegen die Vereine zur gemeinsamen Zucht- 
tierhaltung, welche auf die Aufbesserung der Viehracen einen grossen 
Finfluss ausüben können, weil dadurch erst eine ausreichende und 
zweckmässige Ausnutzung eines kostbaren Tieres erreicht werden kann. 
Bertriebsge- 4. Associationen zum gemeinsamen Betriebe landwirt- 
vossenschaften.schaftlicher Gewerbszweigye, welcheauch vielfach, indess mit Unrecht 
und dem allgemeinen Sprachgebrauch zuwider, Produktivgenossenschaften 
genannt sind. Hierher gehören vor allem a), die Molkereigenossen- 
schaften, welche zuerst in Schweden und Dänemark eine grosse Ver- 
breitung und Bedeutung erlangt haben, dann auch in Frankreich und 
Deutschland. Am 1.Juli 1899 zählte man in Deutschland 1704 solcher 
Genossenschaften, b) Öbstverwertungsgenossenschaften, sei es, 
um Dörrobst oder Obstweine, Konserven ete. herzustellen. Eine Vor- 
bedingung dafür ist gleichartiger Anbau bestimmter Sorten von Obst 
in einem Distrikt, da nur dadurch das nötige Quantum zur Ver- 
arbeitung im Grossen erzielt werden kann. Da dieses noch bei uns
	        
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