327
Jorassche Familien-Stiftung begründet, zufolge deren zwei arme Wai
senkinder von seinen Verwandten in die Anstalten aufgenommen werden
sollen. S. Brüder-Verein.
St. Josephi Stift zu Heilsberg.
Eine katholische Waisen- und Kranken-Anstalt für die Diöces Ermland,
1859 mit 30 Waisen eröffnet. Sie ist von dem Bischof Dr. Geritz
zur Pflege, zur Erziehung und zum Unterricht katholischer Waisen bei
derlei Geschlechts aus der Diöcese Ermland, imgleichen zur Pflege und
Heilung von Kranken ohne Unterschied des Religionsbekenntnisses, Ge
schlechts und Herkommens, in dem bischöflichen Schlosse zu Heilsbcrg
als eine katholisch-kirchliche Anstalt errichtet und mit 35,000 Thlr. do-
tirt. Sie steht unter der Oberleitung des Bischofs, welcher aus seinem
Dom-Kapitel zwei Kuratoren ernennt; zur Leitung der Geschäfte und
Vertretung des Hauses ist ein Verwaltungs-Rath unter dem Vorsitz
des Erz-Priesters thätig. Fünf barmherzige Schwestern aus dem Or
den des h. Vincenz von Paula leiten die Anstalt und den Haushalt;
das Vermögen der Anstalt hatte sich bis Ende 1861 auf 40,000 Thlr.,
die Zahl der Kinder auf 62 erhöht. Für jedes Kind muß, gleichviel,
ob von Kommunen, Korporationen oder Privaten ein jährlicher Pen
sions-Zuschuß von 15 Thlr. gezahlt werden.
Josephinen-Stift zu Düsseldorf.
Eine Unterrichts- und Näh-Lehranstalt für Mädchen aus dürftigen
Familien. Protektorin ist die Frau Fürstin zu Hohcnzollern-Sigma-
ringcn.
Josephinische Kevelaersche Gesellschaft zu Bonn.
Ein seit 1700 bestehender Privat-Bercin zur gegenseitigen Unterstützung
und zur Beförderung der Religiosität. Er hat 130 Mitglieder und
1100 Thlr. Fonds.
Josephinischeö Institut zu Aachen.
Eine Anstalt zur Aufnahme von altersgebrechlichen und zum Brod-Er
werb unfähigen Leuten, zu Anfang dieses Jahrhunderts begründet. Es
wurden damals die ersten Fonds zur Errichtung einer Aufbewahrungs
Anstalt für alte und gebrechliche arme Leute aus freiwilligen Gaben
von Wohlthätern gesammelt und mit dem Ertrage einiger älteren Fonds,
welche bis dahin abgesondert verwaltet worden waren, verbunden. 1804
schenkte Kaiser Napoleon bei seiner Anwesenheit in Aachen der Stadt
zur Errichtung von Armen-Anstalten zwei durch die französische Ge
setzgebung Staatsgut gewordene Klostergebäude, (die des ehemaligen
Thcrcsianer- und die des Annunciatcn-Klosters), die Kaiserin Josephine
fügte dazu ein Geldgeschenk von 16,000 Fr. Die Gebäulichkeiten des
Theresiancr-Klosters wurden alsdann zur Errichtung jener Versorgungs-
Anstalt für alte und gebrechliche Leute verwendet, und die 16,000 Fr.,
sowie die früher angesammelten Fonds theils zu den Einrichtungskosten,
theils zur Dotirung des Instituts bestimmt. Letzteres bekam von den
gedachten Umständen einen doppelten Namen: eS hieß „JoscphinischcS