Full text : Preußisches Landbuch

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Knaben  und  30  Mädchen.  Für  36  Zöglinge  zahlte  die  Kommune  im
Jahre  1861  je  48  Thlr.  und  zu  den  Kosten  der  Ausstattung  bei  der
Entlassung  je  10  Thlr.  Der  Verein  hat  bedeutende  Geschenke  und
Vermächtnisse  schon  1834  von  dem  Stadrath  Hollmann  u.  A.  erhalten, ­
  so  daß  er  bereits  1846  ein  Kapitkl-Vermögen  von  etwa  100,000
Thlr.  besaß;  in  letzter  Zeit  kam  dazu  das  B  e  t  h  g  e  sche  von  14,000  Thlr.,
das  des  Weinhändlers  De  del  von  80,000Thlr.  u.  s.  w.  Im  Jahre
1863  sind  die  Grundstücke  am  Tempclhofer  Ufer  zur  Veräußerung  ausgeboten
  und  die  Erzichungshäuser  werden  später  in  die  neuen  Gebäude
(Johanniter-Straße)  verlegt.  Diese  Gebäude  sind  zur  Aufnahme  von
80  Mädchen  und  120  Knaben  mit  einem  Kosten-Aufwande  von  200,000
Thlr.  eingerichtet.  Vorsitzender  des  Vereins  Präsident  Camphausen.
—  Es  besteht  bei  der  Anstalt  ein  Fonds  unter  dem  Namen  Semmler-Bu
  ssescher  Fonds,  die  Zinsen  werden  alljährlich  dazu  verwendet,
nach  Bestimmung  seiner  Stifter,  drei  schön  eingebundene  Exemplare
des  Berliner  Gesangbuches  anzukaufen  und  an  die  würdigsten  Zöglinge
als  Prämien  am  Charsreitrag  zn  vertheilen.  Andere  Wohlthäter,  Gönner ­
  und  Freunde  der  Anstalt  haben  diesen  dreien  noch  einige  weitere
Exemplare  hinzugefügt.
Verein  zur  Erziehung  verlassener  Kinder  weiblichen  Geschlechts  in  Berlin.
Im  Frühjahr  1857  begründet,  begann  er  seine  Thätigkeit  damit,  von
den  ihm  zugewiesenen  Kindern  die  unglücklichsten  bei  Familien  in  der
Hauptstadt  unterzubringen.  Im  Herbst  1858  eröffnete  er  mit  den  so
untergebrachten  acht  Kindern  seine  auf  dem  für  10,000  Thlr.  erworbenen ­
  hinteren  Grundstücke  Potsdamer-Straße  119.  errichtete  Anstast,
welche  nach  dem  jahrelangen  Bewohner  deffelben,  Prediger  Goßner,
die  bisherige  Benennung  „Goßners  Haus"  beibehalten  hat.  Im
Jahre  1859  wurden  von  einem  Ehepaar  zwei  Freistellen  unter  dem
Namen  der  „Margarethen-Stiftung"  mit  3000  Thlr.  begründet;  daö
Kapital  wird  einstweilen  verzinset  und  erst  nach  dem  Tode  der  Stifter
gezahlt.  Nach  dem  Jahresberichte  für  18“-±-  befanden  sich  29  Kinder  in
der  Anstalt;  in  Familien  untergebracht  waren  außerdem  7  Kinder  und
zwar  5  außerhalb  Berlins  gegen  Zahlung  des  vollen  Pflegegeldes,  2
in  Berlin  gegen  Zahlung  eines  Verpflegungszuschusses.  Die  Ausgabe
belief  sich  auf  5138  Thlr.  Vorsitzender  des  Vereins  ist  General-Superintendent ­
  Dr.  Hoffmann.
Bercin  zur  Förderung  Moonschen  Blinden-UnterrichtS.
Er  besteht  seit  dem  August  1860  unter  dem  Vorsitz  des  General-Superintendenten ­
  I)r.  Hoff  mann  und  hat  den  Zweck,  den  in  Berlin
außerhalb  der  geschlossenen  Anstalt  wohnenden  Blinden,  vornämlich  den
Erwachsenen,  im  Lesen  nach  der  M  o  on  scheu  Blindenschrift,  die  aus  wenigen, ­
  einfachen,  dem  Tastsinn  der  Blinden  sehr  leicht  faßlichen  Zeichen
besteht,  durch  einen  blinden  Lehrer  Unterricht  ertheilen  zu  lassen,  und
geeignete,  nach  diesem  System  gedruckte  Schriften,  sowohl  geschenk-  als
leihweise  unter  sie  auszutheilen.  Den  meist  armen  und  vielfach  geistig
verwahrlosten  Blinden  der  Stadt  werden  auch  mancherlei  Unterstützun-
            
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