Waisenhaus zu Steele (Essen).
Mitte des vorigen Jahrhunderts von der Fürst-Regrutin des Stifts
Essen, Franziska Christine, Pfalzgräsin bei Rhein, begründet. Seit
1849 steht ein Berwaltungs-Rath von 7 Personen, die aus den zum
Waisenhause berechtigten 7 Pfarreien zu ernennen sind, dem Direktor,
welcher darin Borsitz und Stimme führt, als berathende Behörde zur
Seite. 1861 betrug die Einnahme der Anstalt 16,740 Thlr. (dar
unter die Zinsen von 180,000 Thlr. Kapitalien mit 7400 Thlr.);
Zahl der Zöglinge 150. Gehört zum Reffort des geistlichen Mini
steriums, nimmt nicht blos Arme anst und ist als eine katholische
Erziehungs-Anstalt und als eine Pflanzschule tüchtiger Handwerker und
Dienstboten zu betrachten. Die Erziehung und den Unterricht beauf
sichtigt ein geistlicher Regens, den Unterricht der Mädchen besorgen
fünf Schwestern der Genossenschaft der christlichen Liebe zu Paderborn,
gestiftet von Pauline v. Mallinkrodt.
Waisenhaus zu Stettin.
Eine städtische Stiftung, die 1844 ein Kapital-Vermögen von 38,000
Thlr. hatte. Mit derselben in Verbindung steht die „Kühlsche Stif
tung", von der 1844 hier f Wittwe des Schissers Kühl geb. We
ber mit 8000 Thlr. begründet. Von den Revenüen dieses Kapitals,
so weit dieselben nicht zur Erhaltung und Ausschmückung des Familicn-
Begräbnisses der Stifter erforderlich, sollen den Waisenkindern alljähr
lich zu Weihnachten Geschenke zu ihrem Nutzen und zu ihrer Erheite
rung gemacht werrden.
Waisenhaus zu Stolberg am Harz.
1719 durch den Grafen Christoph Friedrich gestiftet. Die Verwaltung
steht unter Aufsicht des gräflichen Konsistorii; Vermögen 10,000 Thlr.
>n Kapital, außerdem Grundstücke, Naturalienbezüge rc.
WaisenhallS zu Straußsnrt.
Freiherrlich v. M ün chhaus enschc Familicn-Stiftung, 9 Knaben
"nd 9 Mädchen enthaltend. Die Einkünfte bestehen in Antheilen an
ben Ausbeuten der Mausfelder Bergwerke, in Pachtgeldern für Län
dereien, welche für die Anstalt angekauft sind und in Interessen von
Capitalien, die aus Ersparnissen aufgesammelt sind.
Waisenhaus zu Striegau.
3« demselben werden etwa 20 Kinder für Rechnung der Stadt und
4 Kinder für Rechnung des Waisen-Bcreins (s. d.) verpflegt und er
zogen.
Waisenhaus zu Warfchowitz (Pleß).
1847 als Verpflegungs-Anstalt für Typhus-Waisen begründet, ist die
Anstalt jetzt wesentlich eine unter Leitung des Central-AnSschusses für
die innere Mission »stehende Erziehungs- (Rcttungs-) Anstalt für K in
der evang. Konfession, nnd nimmt Kinder ans anderen Regierungs
bezirken auf. Sie hat einen Vorsteher und zwei Httlfslehrer und