762
A
zählte 1861 1 Zögling über 16, und 25 unter 16 Jahren, für welche
ein jährliches Verpflegungsgeld von 40—50 Thlr. gezahlt wird.
Waisenhaus für die Grafschaft Wernigerode.
Errichtet 1714 und weiter begründet 1736. In demselben werden jetzt etwa
20 arme Kinder aus der Grafschaft Wernigerode, die entweder den
Vater oder beide Eltern verloren haben, von ihrem 8 ten Lebensjahre
bis zur Konfirmation unentgeltlich verpflegt und erzogen: sie besuchen
die Schulen der Stadt. Neben diesen Kindern befinden sich noch einige
andere in der Anstalt, die entweder verwaiset oder in der Erziehung
verwahrloset, von Kommunen der Grafschaft oder von Privat-Pcrsonen
als Kostgänger gegen Entrichtung des Kostgeldes hierher gegeben und
gleich den Waisen behandelt werden. Das gräfliche Konsistorium führt
die Oberaufsicht Über die Anstalt, welche 1840 ein Kapital-Vermögen
von ca. 9500 Thlr. hatte. Dem Waiscnhailse wurde ein Legat von
1000 Thlr. (wovon f- in Gold) übelwiPn, welches der Schul-Jnspektor
Wenck zu Magdeburg (f 1839) und seine Ehegattin geb. Kalisky
zu Nutz und Fronlmen der Erziehungs-Anstalten für hiesige arme Kin
der vermacht hatten. Bon den Zinsen werden Kinder aus der Stadt
Wernigerode, die in das Waisenhaus aufgenommen werden, bis zu
ihrer Konfirmation oder ihrenl Eintritt in das bürgerliche Leben er
zogen. Auch bezieht das Waisenhaus den Ertrag des Wernigeroder
Intelligenz-Blattes mit 300 Thlr. jährlich.
Waisenhaus zu St. Georg in Wongrowitz.
Ein katholisches Institut, von dem Propste Mnsolff (1859) gegrün
det und dotirt. Er überwies dazu ein Hans mit Wirthschaftsgebäudcn
und ein Kapital von 12,000 Thlr. Die Anstalt hat beschränkte Kor
porations-Rechte. "
,ú: WaisenhanS Witste-Giersdorf.
Von den Fabrikbesitzern N. Reichenheim n. Sohn ans der dortigen
Fabrik hergestellt und für 40 Waisenkinder von Fabrik-Arbeitern ein
gerichtet. Eingeweiht I I. Oktober 1861, enthalt es zur Zeit acht
Kinder.
Waisenhaus zu Züllichau.
Eine evangelische Anstalt, von einem Bürger der Stadt Züllichau, dem
Nadler Steinbart, mit Königl. Privilegium (vom 9. Nov. 1726)
begründet und eine eigene Parochie bildend. Es heißt in dem gedachten
Privilegium: „Und da obenerwähnler Steinbart von dem Höchsten
zu einem Werkzeuge gebraucht worden, daß er dieses Waisenhaus,
ohne einen Groschen dazu vorräthig zu haben, lediglich in zuversicht
lichem Vertrauen zu Gott, der da liebreiche Herzen zu einer freiwilligen
Beisteuer erwecken kann, angefangen und bisher unter des Höchsten
Segen fortgeführt, auch von ihul in demselben schon viele Arme ver
sorgt worden sind: so wollen Wir, daß derselbe eürzig und allein die
Direktion über dasselbe fernerhin haben, sondern auch befugt sein soll,
die Direktion Jemandem, zu welchem er das Vertrauen, daß er dem