Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Differenzidee schliesslich zum Gegentheil seiner Anschauungs 
weise führt. Es ist nämlich das Dasein der höheren und 
höchsten Thätigkeiten der Volkswirthschaft, was die Erzielung 
der TJeberschüsse auf den untersten und Zwischenstufen möglich ' 
macht und wirksam anregt. 
Erinnern wir uns nun nach Erklärung und Kritik des 
Nettoproducts der verschiedenen Gesellschaftsclassen, so haben 
wir die productive, die sterile und diejenige der Gutseigenthürner 
zu unterscheiden. Die Holle der letzteren Gattung ist von 
Quesnay als eine neutrale gedacht worden, hei welcher der 
Gegensatz von Productivität und Unproductivität in seinem 
Sinne nicht in Frage kommen kann, da es sich hier um gar 
kein eignes Wirthschaftsergebniss, geschweige um den üeher- 
schuss eines solchen handelt. Doch wird die inconsequonz 
sofort klar, sobald man danach fragt, was denn aus dem als 
Rente angeeignoten Nettoproduct im volkswirthschaftlichen 
Kreislauf werde. Hier ist für die Vorstcllungsart der Physio- 
kraten und für das ökonomische Tableau nur eine sich bis zum 
Mysticismus steigernde Verworrenheit und Willkür möglich 
gewesen. Die Linien, welche Quesnay in seinen 'übrigens 
ziemlich einfachen Tafeln hin und her zieht und welche die 
Circulation des Ncttoproducts darstellen sollen, erinnern leb 
haft daran, dass ihr Urheber von der Mathematik und über 
haupt dem rechnenden Denken grade genug verstand, um nach 
dieser Richtung hin ein wenig phantasiren zu können. Schon 
die Erwähnung des Namens Mathematik würde bei diesen 
wunderlichen Oolonnenverknüpfungen und bis zum Centime 
hinuntergehenden Halbirungen der Summen nicht am Orte 
sein, wenn sich Quesnay in Rücksicht auf dieselbe nicht durch 
die bekannte Thorheit der Quadratur des Cirkols in die Mono 
manen dieser Gattung eingereiht hätte. Er hatte sich um die 
Ermöglichung jener Unmöglichkeit nicht nur bemüht, sondern 
glaubte zuletzt auch, die Quadratur gefunden zu haben, und es 
soll nur der Tod gewesen sein, der ihn an der von seinen 
Freunden widerrathonen Veröffentlichung verhindert hat. Man 
muss die Psychologistik des Deutschen Philosophirers Herhart 
kennen, um ein Gegenstück zu diesen Wunderlichkeiten zu 
haben. Die Spielereien aber, die im letzten Monschonaltcr im 
Gebiet der Nationalökonomie und Statistik von verschiedenen, 
in einigen Fällen sogar bedeutenderen Personen getrieben worden
	        
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