Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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dass  man  bis  jetzt  eine  gründliche  Kenntniss  gar  nicht  aus
solchen  Geschichtsherichten  gewinnen  konnte  und  keinen  andern
Ausweg  hatte,  als  die  Quellen,  d.  h.  die  grossen  Schriftsteller
selbst  zu  lesen.  Diese  Nothwendigkeit  ist  aber  vollends  unumgänglich ­
  geworden,  seit  die  neusten  Wendungen  der  Volkswirthschaftslehre
  die  Betrachtungsart  erweitert  und  geschärft
haben  und  die  älteren  Leistungen  in  einem  neuen  Licht  erscheinen ­
  lassen.
In  dem  Maasse,  in  welchem  sich  das  wirthschaftlicho
Wissensgebiet  selbständig  macht  und  sich  mit  bestimmteren,
dem  Missverständniss  und  der  Verwechselung  weniger  ausgesetzten ­
  Einsichten  bereichert,  wird  auch  die  strengere  Art  der
Geschichtsdarstellung  an  Boden  gewinnen,  weil  ohne  sie  auch
nicht  einmal  ein  Eindringen  in  die  älteren  Zustände  der  thatsächlichen
  Wirthschaften  selbst  möglich  ist.  Dagegen  wird  jene
oberflächliche  Befassung  mit  einem  Gegenstände  verschwinden,
der  nicht  dazu  gemacht  ist,  vom  Standpunkt  eines  mittleren
Maasses  allgemeiner  historischer  Bildung  behandelt  zu  werden.
Man  wird  mehr  und  mehr  nach  Thatsachen  der  Wirthschaftstheorie
  fragen  und  sich  nicht  dabei  beruhigen,  wenn  an  Stelle
derselben  eine  gleichgültige  Notizensammlung  zum  Vorschein
kommt.  Ebenso  werden  auch  diejenigen  Schriften,  welche  nicht
viel  mehr  als  Bücherverzeichnisse  mit  einigen  aus  dritter  und
vierter  Hand  bezogenen,  meist  schiefen  und  unzuverlässigen
Erläuterungen  sind,  den  Werth,  den  sie  etwa  noch  in  mancher
Leute  Augen  haben  mögen,  gänzlich  verlieren.  Zu  dieser  Gattung ­
  gehörte  das  wässerige  Erzeugniss  eines  Pester  Professors,
des  Herrn  Kautz,  vom  Jahre  1860,  welches  sich  zwar  nur  als
„Literaturgeschichte“  der  Ockonomie  gab,  aber  durch  seine
Plattheit  und  seinen  Urtheilsmangel  sogar  jede  Vergleichbarkeit ­
  mit  dem  doch  wahrlich  auch  nicht  allzu  eindringend  abgefassten ­
  Blanquischen  Buch  bei  Jedermann  ausschliessen  musste,
der  sich  einigen  Sinn  für  die  verhältnissmässige  Gewandtheit
der  Französischen  Erscheinung  erhalten  hatte.  Nebenbei  hat
Herr  Kautz,  der  hauptsächlich  Brocken  von  Herrn  Boschors
Tisch  zu  einer  breiten  Bettelsuppe  verdünnte,  auch  schon  einen
Vorgeschmack  geliefert,  wie  das  Hauptgericht  seines  Tischherrn ­
  selbst  beschaiffen  sein  werde.  An  Stelle  solcher  Zwittererscheinungen ­
  werden  einerseits  rein  bibliographische  und  rein
technische  literarische  Hülfsmittel,  andererseits  aber  echte
            
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