Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Nur unter dieser Voraussetzung wird man sich davor hüten, 
die gelegentlichen, meist halbbewussten und ohne Consoqucnzon 
gelassenen Ansätze zu späteren Gedanken für etwas sonderlich 
Werthvolles zu halten. Auch wird man einsehen, dass cs für 
weniger scharf denkende Naturen sehr naheliegt, aus einer 
üebereinstimmung des wörtlichen, aus dem Zusammenhang ge 
rissenen Ausdrucks auf das frühere Vorhandensein der späteren 
Idee zu schliessen, während doch in der That meist nur eine 
Zufälligkeit vorliegt, hinter welcher kein besonders markirtor 
Gedanke des älteren Schriftstellers zu suchen ist. Bei denselben 
Sätzen kann man mehr oder minder Bestimmtes denken, und 
dei Zusammenhang zeigt meist, dass die Gedanken derjenigen, 
die man bisweilen als Vorläufer der wissenschaftlichen Ocko- 
nomie bezeichnet, ausserordentlich vage, unsicher, flüchtig und 
mit entgegengesetzten Aeusserungen verbunden gewesen sind. 
Dennoch dichten diejenigen, welche einer unkritischen Geschicht 
lichkeit anhcimfallen, oder die Neigung haben, die der Gegen 
wart nahestehenden Leistungen durch vermeintliche Aufweisung 
ihres früheren Vorhandenseins zu verkleinern, in die unerheb 
lichsten Aeusserungen ganze ¡Systeme hinein und entstellen 
hiedurch das richtige Bild und die wirklichen Verdienste beider 
Theile. Weder der alte noch der neue Schriftsteller kommt 
zu seinem Recht; dem Einen wird untergeschoben, woran er 
nie gedacht hat, und dem Andern wird oft genug auch noch 
der Vorwurf gemacht, seine Quelle nicht genannt zu haben. 
Allermindestens aber wird durch ein solches Verfahren die 
Idee des späteren Autors, welche den Zeitgenossen als bahn 
brechend erschien, in ihrer Bedeutung und Wirksamkeit, so 
wie, was am schlimmsten ist, in ihrer auszeichnenden Eigeii- 
thümlichkeit verkannt. 
2. Die vorangehenden Hinweisungen sind geeignet, die 
Ansichten zu berichtigen, welche in Beziehung auf Brittische 
Autoren aus der Zeit der Englischen Revolutionen und für ein 
paar an der Grenzscheide und im üebergang vom 17. zum 
18. Jahrhundert wirksame Einanzschriftsteller der Franzosen 
mit einigem Schein geltend gemacht werden. Allerdings be 
gnügt man sich nicht einmal mit Petty und Locke einerseits 
sowie Boisguillebert und Vauban andererseits. Indessen sind 
diese Persönlichkeiten doch die einzigen, bei denen die Vor 
gängerschaft in eigentlich nationalökonomischen Ideen noch
	        
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