liches Verhältniß dürfen wir es nennen, daß die höchsten
Regierungsorgane der Gefahr ausgesetzt werden, sich auf
solche Weise zu kompromittiren, — ihre Maßregeln, wofür
sie mit ihrem ganzen Ansehen einstehen, von einer Instanz
verworfen zu sehen, die sie nicht anerkennen. Um dergleichen
zu vermeiden und das Ansehen der Obrigkeit aufs
sicherste zu wahren, wünschen wir, durch eine volksthümliche
Verfassung, ben Monarchen in den Stand gesetzt zu sehen,
seine Beschlüsse auf die höchste nationale Intelligenz zu
begründen und mit dem Nachdrucke des Volkswillens auszuführen.
— Wären wir blinde Anhänger einer
sogenannten Volksregierung, und wollten wir
die Herrschaft des Volkswillens rücksichtslos verwirklicht
sehen, so würden wir dem gegenwärtigen
Gange der Dinge gerne noch zuschauen; denn
nichts könnte geeigneter sein, das Selbstgefühl
der Masse zu erwecken und zu stärken, als die
Siege, welche, unter den jetzigen Verhältnissen,
die unberechtigte Volksmeinung gefeiert hat. Aus
Mangel an einer ächt konservativen Basis kann die Regierung
selbst sich nicht gänzlich vor dem Einflüsse des
Fortschrittstriebes erwehren, fonbern regt allerlei Dinge an,
welche eine von ihr weder beabsichtigte noch erwartete Bewegung
zur Folge haben. Aber bei dem Anstoß dieser Bewegung
fühlt sie sich, aus eben demselben Mangel einer
festeil Begründlmg, beängstigt und zum Widerstreben geneigt,
wodurch sie nxtr das durch die allgemeinen Verhältnisse
bedingte Vordringen noch stärker reizt, indem, unfähig dasselbe