Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

GROSSBRITANIEN  —  Finanzen,  in  früherer  Zeit.

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328,344  Pf.  Colonial-  u.  Consularwesen,  756,169  Pf.  diverse,  spezielle  Anstalten,
218,342  f  wolilthätige  Anstalten  und  100,000  <  für  unvorges.  Erfordernisse.
Pensionen  etc.
Zu  erwähnen  ist,  das  die  Geistlichkeit  enorme  Einkünfte  aus
den  ihr  belassenen  Gütern  bezieht.  —  Die  Civilliste  mit  396,570  Pf.
ist  verhältnissmässig  gering,  doch  sind  sehr  ansehnliche  besondere  Bezüge ­
  und  die  Apanagen  nicht  einbegriffen.  Beispielsweise  erhält  Prinz
Albert,  der  Gemahl  der  Königin,  30,000  Pf.
Staatsbedarf  in  früherer  Zeit.
Im  Jahre  1685  betrugen  die  gesammten  Staats-Einkünfte  ungefähr
  1’400,000  Pf.  Dazu  lieferten:  die  Accise  585,000,  der  Zoll
530,000,  die  Kaminsteuer  200,000.  Der  Rest  floss  aus  den  Domänen,
dem  (damals  noch  nicht  an  die  Geistlichkeit  abgetretenen)  Zehnten,
den  Herzogthümern  Cornwall  und  Lancaster,  und  den  Geldstrafen.  —
Was  die  Ausgaben  betrifft,  so  würde  die  Schuld  des  Königs  etwa
80,000  Pf.  jährlich  erheischt  haben;  allein  dieser  Posten  ward  nicht
bezahlt.  Die  Kriegsmacht  kostete  :  Landheer  290,000,  Marine  380,000,
Artillerie  60,000,  zusammen  730,000  Pf.  Die  Civilverwaltung  belastete ­
  die  Staatskasse  nur  wenig;  das  meiste  davon  ward  durch  die
Städte  oder  aus  den  Strafen  gedeckt.  Die  diplomatischen  Ausgaben
erforderten  höchstens  20,000  Pf.  Allein  neben  der  Hofverschwendung
verschlangen  Günstlinge  ungeheuere  Summen.  Der  Herzog  v.  Ormond
bezog  jährlich  22,000,  der  Herzog  v.  Bukingham  19,600  Pf.  Monk
hinterliess  ein  Jahreseinkommen  aus  seinen  vom  Staat  erhaltenen  Gütern ­
  von  15,000  Pf.  und  ausserdem  60,000  Pf.  haar.  Dagegen  hatte
der  Erzbischof  (im  Vergleiche  zu  später,  erst)  5000  Pf.  (s.  Macaulay,
history  of  England  from  the  accession  of  James  the  second.)
Im  Jahre  1709  betrug  der  Staatsaufwand  7  Mill.,  eine  für  ungeheuer ­
  gehaltene  Summe.  Die  Bezüge  der  Günstlinge  waren  noch
enormer  geworden.  Marlborough  hatte  jährlich  54,825,  seine  Frau
ausserdem  9500  Pf.,  ungerechnet  den  Ertrag  der  ihnen  geschenkten
Domänen  (Blenheim  etc.).  —  Nach  dem  Normativ  von  1669  erhielten
die  englischen  Gesandten  in  Frankreich,  Spanien  und  beim  deutschen
Kaiser  100  Pf.  täglich,  und  1500  Pf.  jährlich  für  Equipage;  jene
in  Portugal,  Holland,  Schweden  etc.  10  Pf.  täglich  und  1000  Pf.
Pferdegeld.  Allein  die  Besoldungen  wurden  oft  Jahre  lang  nicht  ausbezahlt. ­
  (b.  Lord  Mahon,  history  of  England  from  the  peace  of  Utrecht
to  the  peace  of  Versailles.)
Im  Jahre  1784  betrugen  die  Staatseinkünfte  10’856,967;  1785:
12’499,926  Pf.  Dazu  kommen  die  Irlands,  1784  mit  1’093,881  Pf.
Die  Kriege  gegen  Frankreich  erheischten  grössere  Summen.  1797
schlug  Pitt  die  Einführung  der  assessed  taxes  vor,  deren  Ertrag  er  auf
7  Mill,  schätzte,  aber  nur  4  erhielt.  —  1798  belief  sich  die  Gesammtsumine
  der  Einkünfte  auf  23’100,000,  1799  auf  25’600,000.  Pitt
verlangte  schon  1798  10  Mill,  mehr,  denn  dieses  Zunehmen  ging  ihm
zu  langsam;  er  beantragte  Erhöhung  der  alten  und  Einführung  neuer
Abgaben,  namentlich  einer  Einkommensteuer  {Income  tax)  ;  es  handelte
            
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