Object: Vergangenheit und Zukunft der Sozialwissenschaften

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man sollte meinen, daß der Einzelne so wenig beiden 
Ratgebern folgen kann, wie der Wild- und Rheingraf 
im Gedichte. Allein — wann wäre je ein wissen 
schaftliches Programm eine logische Einheit? Wann 
wären je die Glieder einer Gruppe wirklich eins in 
dem Sinn, den sie den gemeinsamen Worten beilegen? 
So schwamm denn diese Richtung gleichzeitig im 
Strom der Reaktion des philosophischen Wollens 
gegen die Analyse und im Strom der Reaktion des 
Positivismus gegen die Philosophie. Sehr verschie 
dene Winde also füllten ihre Segel und gerade das 
erklärt ihren Erfolg. 
Ihr Hauptquartier ist immer Deutschland 1 ge 
wesen, aber sie hat machtvoll über die deutschen 
Grenzen hinausgewirkt. Am stärksten ist sie äußer 
lich auf den Gebieten der Rechts- und Wirtschafts 
wissenschaft hervorgetreten und darauf wollen wir 
uns hier beschränken, obgleich ihr Zjel die „Histori- 
sierung“ aller Sozial Wissenschaften war und alle 
Sozialwissenschaften unter ihren Einfluß kamen: 
Nicht als eine der Hilfswissenschaften, als eins der 
Tatsachenreservoirs sollte die Geschichte mehr gel 
ten ; sie sollte als Selbstzweck in den Vordergrund 
treten, die Sozialwissenschaft %criel-oxtfv werden und 
alles, was es außer den Resultaten historischer 
Detailforschung etwa noch zu sagen gäbe, das sollte 
der Historiker eines jeden Feldes selbst hinzufügen 
im Anschluß an diese Resultate, die erst wirklich 
1 Uber die Gründe Mieser Tatsache vergleiche meine Dogmen- 
und Methodengeschichte der Sozialökonomik in ,,Grundrifs der Sozial 
ökonomik“, herausgegeben von Weber u. a. Tübingen 1914.
	        
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