Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Paley.

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gesetzt hat. Aber für Paley giebt.es keine der Majorität entgegengesetzte
 Autorität. Denn sein Gott ist nicht das der
Menschheit vorschwebende sittliche Ideal, sondern nur ein Name
für ein wichtiges Motiv zu individuell betrachtet nützlichen
Handlungen. So tritt er praktisch den auflösenden Staatsvertragstheorien
 so wenig entgegen wie Bentham und es ist
ein nur in seinem Naturell und seinen anerzogenen Neigungen
nicht ein in seinen Grundanschauungen basirter Unterschied,
dass er faktisch keine leidenschaftliche Vorliebe für Revolution
hat, sondern gesetzliche Entwicklung meist für vortheilhafter
hält. Die Unterwerfung unter nützliche und heilsame Gesetze
ist. der bürgerlichen Freiheit nicht zuwider (Cap. 5), weil sie
dem Interesse der Gesammtheit dient. Von den verschiedenen
 Staatsformen hat jede ihren Nutzen und Schaden;
Strafe für Verbrechen ist nöthig nicht wegen der Gerechtigkeit,
 sondern um Verbrechen zu verhüten (Cap. 9). Eine
Staatskirche mit unbedingter Toleranz gegen politisch ungefährliche
 Dissenters ist eine äusserst weise Einrichtung (Cap. 10).
Stehende Heere sind zu empfehlen, weil sie gleiche Wehrkraft
mit geringeren Kosten sichern, und sie müssen allein unter
dem Monarchen stehen (Cap. 12). Man sieht, Paley folgert aus
seinem Prineip keine umwälzenden Postulate, aber das Prineip
selbst bleibt immer das Gleiche wie bei Bentham und der
Gedanke des organischen Staats wird von ihm schroff abgewiesen:

„Wenn wir auch von Gesammtheiten wie von ‚lebenden
Wesen reden, so existirt doch in Wirklichkeit Nichts und
Nichts empfindet als die Individuen. Das Glück eines
Volks besteht aus dem Glück der einzelnen Menschen“ (Cap. 11).
In der Bevölkerungsfrage erkennt Paley an, dass die
Vermehrung durch die Subsistenzmittel beschränkt sei, aber
er hält Steigerung der Production, namentlich durch Ermuthigung
 des Ackerbaues, sowie gute Vertheilung der Güter
für möglich und wichtig. Er ist also nicht so schroff wie
Malthus. Ueberhaupt fehlt es Paley keineswegs an praktischer
Einsicht und er erkennt bei einzelnen Fragen ohne Voreinvenommenheit
 das wirklich Nützliche oft sehr richtig, Es ist
            
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