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Fabrik in der Fifchertalerftraße untergebracht. Die Zahl der im Betriebe
mit Inftandfetzungsarbeiten befchäftigten Näherinnen und Putzmacherinnen
betrug Zeitweife 43, unter deren gefchickten Händen fleh anfeheinend ganz
unbrauchbare Dinge in hübfehe, zweckmäßige Kleidungsftücke verwandelten.
Aus Männerjoppen wurden z. B. Knabenjoppen und Höschen, aus lieber-
ziehern und Frauenmänteln Mäntel und Jacken für Knaben und Mädchen,
aus Kleiderröcken hübfehe Blufen, aus drei alten, ganz unbrauchbaren,
Kleiderkammer: Inflandfefeungsraum.
Schirmen ein neuer, indem von einem Teil der Stock, von dem andern das
Geftell, von dem dritten der Ueberzug benutzt wurde. Die Seide ganz
unbrauchbarer Blufen diente zum Aufputz von Hüten ufw. Der Verkauf
der Sachen erfolgte zu mäßig abgefdiä^ten Preifen an ausweislich Be
dürftige. — Am 1. Auguft 1916 war die Bezugfcheinftelle der Stadt Barmen
eingerichtet worden: auch in der Kleiderkammer wurde von Anfang an
nur gegen Bezugfehein verkauft. Sollte doch die ganze Einrichtung der
Streckung der Vorräte dienen!
Am 15. November 1916 wurde eine zweite Sammlung veranftaltet, die,
trotz aller entgegenftehenden Bedenken, wiederum ein gutes Ergebnis
zeitigte. Sie brachte: Herrenkleidung 689 Stück, Herrenwäfche 181, Frauen
kleidung 1825, Frauenwäfche 367, Knabenkleidung 332, Knabenwäfche 85,