Object: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Aufschwung des Königtums unter den Staufern. 148 
nach wenigen Märschen bei Montebello, nahe Pavia. Hier kam 
es zu Verhandlungen, da die Lombarden den Frieden wünschten 
und Friedrich bei einer Rückzugslinie auf Vigevano nichts übrig 
geblieben wäre, als sein Heer zu entlassen. Nachdem die Lom— 
hbarden sich formell unterworfen und in demütigendem Aufzug 
die kaiserliche Gnade erworben hatten, entschloß sich Friedrich 
zu starken Zugeständnissen in den Fragen der Regalien und der 
Selbständigkeit der städtischen Verwaltung; der Friede schien 
gewiß, beiderseitige Kommissare sollten die noch offenen Einzel— 
heiten regeln, einigten sich diese nicht, so sollten die Konsuln 
von Cremona entscheiden. 
Doch nun, im Meinungsaustausch der Kommissare, begannen 
die Verhandlungen sich in die Länge zu ziehen, da die Lom⸗ 
harden an der Aufrechterhaltung Alessandrias und dem gleich— 
zeitigen Abschluß eines Friedens mit Alexander III. festhielten; 
schließlich mußte Cremona entscheiden. Aber die Lombarden 
—EDD0 cremonesi⸗ 
schen Spruch, der Alessandria preisgab: sie verwarfen das 
Schiedsgericht und brachen den Frieden; von neuem rüsteten 
sie zum Kriege. 
Friedrich sah jetzt für das Jahr 1176 den entscheidenden 
Feldzug vor sich, mit aller Kraft zog er deutsche Kontingente 
heran. Mit Eifer folgten die Kirchenfürsten seinem Rufe; 
aber ihre Macht genügte nicht, vor allem galt es auch die laien⸗ 
fürstlichen Streitkräfte zu nützen. Hier aber erlebte Friedrich 
gegenüber dem ersten aller Laienfürsten, gegenüber Heinrich dem 
Löwen, eine furchtbare Enttäuschung. Vergebens forderte er, 
erbat er in einer persönlichen Zusammenkunft zu Chiavenna viel⸗ 
leicht oder zu Partenkirchen in den Märztagen des Jahres 1176 
don dem stolzen Welfen kriegerische Hilfe; sie ward ihm versagt. 
Die Beweggründe Heinrichs für diesen Schritt, der die Ver⸗ 
aichtung Friedrichs bedeuten konnte, sind dunkel?. 
1 Die möglichen Vermutungen darüber im einzelnen hat in neuerer 
geit Varrentrapp, Histor. Zeitschrift N. F. 11, 410 ff., am übersichtlichsten 
zusammengestellt. 
damprecht, Deutsche Geschichte III.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.