V. Theil. Statistik der Sterbliclikeitsverhältnisse.
81
Tabelle 7c.
Wahrscheinliche und wirkliche Sterbeialle
für „Gotha mit 3000—6000“.
V-
Versicherungs-
Jahr.
Zahl
der Personen
unter Risico
Wirkliche
Zahl der
Sterbefälle
Rechnungsmäßige Zahl der
Sterbefälle und Procentsatz der
wirklichen von der rechnungs-
mäsigen Zahl
Brune
Rechn. Zahl I °/ 0
2— 3
4— 6
7—10
il —15
16—20
21 — 25
26—30
31—35
36—40
41 und
darüber
37419
68935.5
85 087,5
85 282.5
73 391,5
48 165.5
30 997,5
18 520
10 292
4 661
i 721
*209
593
937
1 *270
1 400
1 400
1 *204
957
070
433
*203
433,9
874.5
i 245.2
i 537u
i 732.1
i 523.5
i 286,7
i 013.H
747.0
442.1
214.8
45,9
67.8
75.2
82.6
84.3
91.9
93,«
94,5
89.7
97.9
94,5
Summe
464 473
9330
U 051,3
84.5
Tabelle 71I.
Wahrscheinliche und wirkliche Sterbefalle
für „Gotha mit über 6000“.
Ver
sicherungs-
Jahr
Zahl
der Personen
unter Risico
Wirkliche
Zahl der
Sterbefälle
Rechnungsmäßige Zahl der Sterbefälle
und Procentsatz der wirklichen von der rech
nungsmäßigen Zahl
B rune
Heyi
Rechnungs
mäßige Zahl
Rechnungs
mäßige Zahl o/o
I
2—3
4—6
7—10
il—15
16—20
21—25
26—30
31-35
36—40
41 u. darüber
17023
32 470
39 033
38 369
31 987,5
19 994
12 640
7 466,5
4 051,5
i 905
716
93
‘270
4*24
590
09*2
039
545
435
‘280
189
10*2
212.0
442,8
607.1
733.0
812.3
697,5
588.0
460.2
340,7
219.0
111.4
43-9
6l,0
69,8
8l,3
85.2
91,6
92,7
94.5
82.2
86.3
91.6
203.9
431.9
601,0
728.8
796.2
665.8
547,5
418.8
304,4
192,7
101.3
45,8
62.5
70.5
8i,g
86,,
96.0
99.5
103,9
92.0
98.1
100,7
Summe 205655.5 4*205 j 5224,1
81,
4 992,3
85,4
Die zuverlässigsten und interessantesten Aufschlüsse über
die Sterblichkeit nach der Versicherungsdauer gewährt offenbar
die erste der vorstehenden Tabellen (7), welche sich auf die
Gesammtbeobachtungen der Bank bezieht und zahlreiche Ver
gleiche mit anderen Listen enthält. Aus den in dieser Tabelle
aufgeführten Procentsätzen der verschiedenen Listen, welche,
wie vorauszusehen war, allerdings nicht wenig von einander
differiren, ersieht man zunächst mit Sicherheit, dass die relative
Sterblichkeit nach der Versicherungsdauer bei Gotha bis zu der
mit dem 20. Versicherungsjahre abschliessenden Periode (inch)
stetig gewachsen ist und dass ausserdem eine auffällige De
pression in der Periode 31 bis 35 stattgefunden hat. üeber
die Sterblichkeit der übrigen Versicherungsjahre geben die ver
schiedenen Listen zum Theil widersprechende Aufschlüsse;
Brune und Behm zeigen eine andauernde Steigerung, Heym
und die Gothaer Liste — wir bedienen uns dieses abkürzen
den Ausdrucks — dagegen einen Bückgang. Es dürfen aber
hier offenbar ohne Bedenken die Zahlen der letzteren als maas
gebend betrachtet werden, da die beste Vergleichsliste immer
die sein wird, welche aus den allgemeinen Beobachtungen
desselben Beobachtungskreises her vor geht (vorausgesetzt, dass
die Besetzung der einzelnen Versicherungsjahre nicht eine zu
ungleichmäsige ist). Sieht man von der abnormen Depression
in der Altersklasse 31 bis 35 ab, welche übrigens verschwinden
würde, wenn hier, ebenso wie bei Sprague, die über 30 hin
ausliegenden Versicherungsjahre in eine Klasse zusammen ge
zogen wären, so findet nach den Gesammtbeoaehtungen der
Gothaer Bank also erst eine stete Steigerung der Sterblichkeit,
etwa bis zum 18. Versicherungsjahre, und darauf eine ebenso
stetige, aber bedeutend langsamere, Abnahme derselben statt.
Ueber den wahren Verlauf der relativen Sterblichkeit für
die Männer allein oder die einzelnen Summenklassen wird man
am ehesten zu einem zutreffenden Bilde gelangen, wenn man
berücksichtigt, in welchem Verhältnisse in der allgemeinen
Uebersicht (7) die Procenlsätze der für die bezüglichen Klassen
benutzten Vergle'ichstafeln zu den entsprechenden Procentsätzen
nach der »Gothaer Liste« stehen. Die für die Männer allein
und die mittlere Summenklasse (3000 his 6000) gewonnenen
Resultate stimmen im Grossen und Ganzen ziemlich mit den
entsprechenden der allgemeinen Uebersicht überein; für diese
Klassen darf man also ohne Weiteres annehmen, dass die
wahre relative Sterblichkeit in den verschiedenen Perioden der
Versicherung fast denselben Verlauf genommen hat, wie unter
den Versicherten überhaupt, also bis zu einem Maximum in
der Versicherungsperiode 16 bis 20 gestiegen und dann wieder
langsam gesunken ist. In der untersten Summenklasse (unter
3000) zeigt sich die Scala der Procentsätze nicht so regel-
mäsig, wie bei den »Versicherten überhaupt«; abgesehen von
der Depression in der Versicherungsperiode 31 bis 35, welche
allen Klassen gemeinsam ist, findet man noch eine weitere
Störung in der Versicherungsperiode 4 bis IO; doch lassen
die Zahlen — wenn man eben die Sätze der Tabelle 7 zum
Vergleiche heranzieht — auch hier darauf schhessen, dass ein
anfängliches Wachsen der Sterblichkeit und ein darauf folgendes
Fallen derselben stattgefunden hat, mit dem bemerkenswerthen
Unterschiede, dass das Maximum hier früher eintreten und
die darauf folgende Abnahme eine stärkere sein muss, als bei
den Versicherten überhaupt; denn, während in der Tabelle 7
die Behm’sche und Brune’sche Liste in der Versicherungs
periode II bis 20 noch eine starke, in der von 21 bis 30
eine mäsige Steigerung erkennen lassen — obgleich in Wirk
lichkeit schon ein Rückgang stattfand, — zeigt sich hier nach
beiden Listen in der erstgenannten Periode nur eine mäsige
Steigerung, und in der zweiten (nach der Brune’schen Liste)
sogar ein Rückgang. In der höchsten Summenklasse (über
6000) ist der Verlauf der Zahlen wiederum ein ähnlicher wie
in der allgemeinen Uebersicht; nur dass hier — im Gegensatz
zu der niedrigsten Summenklasse — die Steigerung in den
Perioden 11 bis 20 und 21 bis 30 eine bedeutend stärkere
ist, als die entsprechende in der allgemeinen Uebersicht, so
dass man genöthigt ist, anzunehmen, dass für diese Klasse in
Wirklichkeit eine Abnahme erst von einer späteren Periode
ab, etwa von 26 bis 30 inclusive, eintritt.
Die Resultate der drei Summenklassen sowohl, wie der Ge
sammtbeobachtungen der Gothaer Bank weisen demnach auf einen
ganz ähnlichen Verlauf der Sterblichkeit nach der Versicherungs
dauer hin, wie er bei den entsprechenden englischen Beobach
tungen zu Tage tritt. Während aber nach den letzteren das Maxi
mum schon auf das 13. Jahr fällt und die darauf folgende Ab
nahme eine recht beträchtliche ist, trifft dies annähernd hei Gotha
nur für die niedrigste Summenklasse zu, für die beiden anderen
Summenklassen und die »Versicherten überhaupt« liegt das
Maximum bedeutend tiefer, etwa in der Periode 16 bis 20
resp. 21 bis 25, und die Abnahme selbst ist eine noch viel
schwächere. Im Allgemeinen scheinen also die Ursachen,