Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Antichlor

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Antimonbutter

medikamentösen  Behandlung  von  Schleimhäuten
der  Harnröhre,  der  Nase,  des  Uterus  usw.  ausgedehnte ­
  Anwendung  finden.  Die  wirksame
Substanz  wird  im  Gemisch  mit  Gelatine  als  Überzug ­
  auf  den  A.  angebracht.
Antichlor.  Mit  diesem  Namen  belegt  man
solche  Salze,  welche  zur  Entfernung  der  letzten
Anteile  Chlor  dienen,  die  in  den  der  Chlorbleiche ­
  unterworfenen  Geweben  hartnäckig  zurückgehalten ­
  werden  und  deren  Haltbarkeit  beeinträchtigen ­
  können.  Als  A.  benutzt  man  entweder ­
  unterschwefligsaures  Natron  oder
neutrales  schwefligsaures  sowie  auch  saures ­
  schwefligsaures  Natron.  Die  beiden
letztgenannten  Salze  haben  vor  dem  ersteren
den  Vorteil,  daß  sie  bei  der  Zersetzung  durch
Chlor  keinen  Schwefel  äbscheiden,  der  sich
leicht  in  dem  Gewebe  festsetzt,  sind  dagegen
weniger  haltbar  sowie  auch  weniger  ausgiebig.
Neuerdings  hat  man  auch  das  salpetrigsaure
Natron  als  A.  empfohlen,  welches  dem  unterschwefligsauren ­
  Natron  in  seiner  Wirksamkeit
wenig  nachsteht,  ferner  Wasserstoffsuperoxyd
und  Ammoniak.
Anfifex,  ein  Mittel,  welches  angeblich  die  Haltbarkeit ­
  der  Glühstrümpfe  erhöhen  soll,  wirkt
nach  der  Untersuchung  der  Gasanstalt  Bielefeld ­
  im  Gegenteil  ungünstig  auf  die  Haltbarkeit
und  verringert  auch  die  Leuchtkraft.  Auf  Grund
der  chemischen  Analyse,  welche  als  Bestandteil
Silikate  des  Natriums,  Magnesiums,  Kalziums
neben  geringen  Mengen  Blei,  Aluminium  und
Eisen  ergab,  ist  das  Mittel  jedenfalls  als  feingepulvertes ­
  Glas  anzusprechen.
Anfifebrin,  Azctanilid,  Phenylazetamid,
C e H 6 .  NH  .  CO  .  CH 3 ,  ein  weißes  geruchloses  Kristallpulver ­
  (Blättchen)  von  schwach  brennendem
Geschmack,  fast  unlöslich  in  kaltem  Wasser,
leicht  löslich  in  Alkohol,  Äther  und  Chloroform,
schmilzt  bei  113 0 ,  siedet  bei  304 0  und  reagiert
neutral.  Es  wird  dargestellt  durch  Kochen  von
Anilin  mit  Eisessig,  Abdestillieren  und  Umkristallisieren ­
  aus  siedendem  Wasser.  Anwendung
als  Fiebermittel,  Vorsichtig  aufzubewahren!
Antifloral,  ein  gegen  Erkrankung  der  Schleimhäute, ­
  weißen  Fluß  usw.  angepriesenes  Geheimmittei, ­
  besteht  aus  einem  Gemisch  von  Karbolsäure ­
  mit  4 x /2°/o  Wasserstoffsuperoxyd.
Antiformin,  eine  konz.  alkoholische  Lösung
von  Natriumhypochlorit  (s.Eau  dejavelle)  wird
als  bakterienauflösendes  Desinfektionsmittel
empfohlen.
Anlihydropin,  der  in  kristallinischer  P’orm  abgeschiedene ­
  wirksame  Bestandteil  der  Küchenschabe ­
  (Blatta  orientalis),  wird  wie  diese
gegen  Wassersucht  verordnet.
Änlikaustikum,  ein  zur  Entfernung  der  Buchdruckerschwärze ­
  von  den  Lettern  benutztes,
stark  konzentriertes  Natronwasserglas.
Antimerulion.  Gegen  Hausschwamm  benutztes
Präparat  aus  Wasserglas,  Borsäure  und  Kochsalz. ­

Antimon,  Sb  -  119,9  (Spießglanzmetall,
lat.  Stibium,  Antimonium,  frz.  Antimoine,  engl.
Antimony),  findet  sich  in  der  Natur  nur  sehr
selten  als  gediegenes  Metall,  ziemlich  häufig
hingegen,  an  Schwefel  oder  Sauerstoff  gebunden,
in  Form  von  Erzen.  Das  wichtigste  Antimonerz,
der  Grauspießglanz  (Antimonglanz,  Antimonit),

  in  chemischer  Hinsicht  Anlimontrisulfid,
Sb 2 S 3 ,  bildet  strahligkristallinische  Massen  von
starkem,  bläulichgrauem  Metallglanz,  welche
hauptsächlich  von  China,  Australien,  Zeylon  und
Kanada  über  England  in  den  Handel  kommen.
Geringere  Mengen  finden  sich  in  Böhmen,  Kärnten, ­
  Frankreich  und  Spanien  sowie  im  Harz
und  bei  Freiberg  und  Roßwein  im  Erzgebirge.
Das  völlig  arsenfreie  Mineral  von  Liptau  und
Rosenau  in  Ungarn  sowie  von  Schleiz  wird  für
medizinische  Zwecke  benutzt.  Die  reinsten  Vorkommnisse ­
  des  Schwefelantimons  bilden  im  gemahlenen ­
  Zustande  an  sich  einen  Handelsartikel.
Aus  unreinerem  Material  saigert  man  die  leicht
schmelzbare  Verbindung  zunächst  aus  und  läßt
die  abfließende  Erzmasse  in  Schüsseln  zu  brotformigen
  Stücken  erstarren,  die  das  Antimonium ­
  erüdum  oder  Stibium  sulfuratum  der
Drogisten  bilden.  Zur  Gewinnung  des  metallischen ­
  Antimons  wird  das  Mineral  unter  Zusatz
alkalischer  Flußmittel  mit  Eisenabfällen  geschmolzen, ­
  wobei  der  Schwefel  an  das  Eisen
geht  und  das  A.  sich  am  Boden  des  Schmelztiegels ­
  ansammelt.  Noch  vorteilhafter  scheint
eine  neuere  elektrolytische  Methode  zu  sein.
Aus  der  Sauerstoffverbindung  des  A.,  welche
als  Senarmontit  von  Borneo  und  Algier  nach
England  und  Frankreich  verschifft  wird,  erhält
man  das  Metall  durch  Reduktion  mit  Soda  und
Kohle.  Das  nach  einem  oder  dem  anderen  Verfahren ­
  gewonnene  Rohantimon  kommt  als  Regulus ­
  Antimonii  oder  Regulus  schlechthin
in  den  Verkehr  und  wird  zur  Herstellung  von
Letternmetall,  Britannia,  sowie,  mit  Kupfer  legiert,
zu  Achsenlagern  von  Lokomotiven  und  Dampfmaschinen ­
  benutzt.  Für  medizinische  Zwecke
muß  das  A.  noch  weiter  gereinigt  und  von  den
geringen  Beimengungen  von  Arsen,  Eisen  und
Blei  befreit  werden.  —  Das  reine  A.  ist  ein  bläulichweiß ­
  glänzendes,  blättrig-kristallinisches  Metall, ­
  welches  sich  wegen  seiner  Sprödigkeit  pulverisieren ­
  läßt.  Das  Atomgewicht  beträgt  119,9,
das  spez.  Gew.  6,71—6,72.  An  der  Luft  hält  es
sich  unverändert  blank,  schmilzt  bei  430 0  und
verdampft  bei  lebhafter  Rotglut  unter  teilweiser
Oxydation.  Von  Salzsäure  und  Schwefelsäure
wird  A.  nicht  angegriffen,  Salpetersäure  oxydiert ­
  es  zu  weißem  Antimonoxyd,  und  Königswasser ­
  löst  es  glatt  aut.
Anlimonbutter  (lat.  Butyrum  Antimonii,  frz.
Beurre  d’antimoine)  ist  der  Handelsname  des
trocknen  Antimonchlorids  (Antimontrichlorid,
  Stibium  chloratum),  Sb  Cl 3 ,  welches
durch  Auflösen  von  Grauspießglanz  in  Salzsäure,
Verdampfen  und  nachfolgende  Destillation  oder
geradezu  durch  Destillation  von  Antimon  mit
Quecksilberchlorid  in  Form  einer  weißen  kristallinischen, ­
  an  der  Luft  rauchenden  Masse  von
butterähnlicher  Konsistenz  erhalten  wird.  Die  nicht
destillierte  Lösung  des  Antimonglanzes  in  Salzsäure ­
  führt  die  Bezeichnung  flüssige  A.  (flüssige
Spießglanzbutter,  lat.LiquorStibiichlorati
oder  muriatici,  frz.  Chlorure  antimonieux  liquide, ­
  engl.  Solution  of  Antimonious  Chloride)
und  bildet  eine,  gewöhnlich  durch  etwas  Eiseri
gelblich  gefärbte,  ätzende,  giftig  wirkende
Flüssigkeit,  welche  beim  Verdünnen  mit  viel
Wasser  einen  weißen  Niederschlag  von  Ant
  imonoxy  c  hlor  iir  (Algarotpulver)  ab-
            
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