Antimongelb
27
Apfelsinen
scheidet. Auf Zusatz von Natriumthiosulfat zu
flüssiger A. entsteht ein orangeroter Niederschlag,
der beim Waschen mit Sodalauge rein
weißes Antimonoxyd (Stibium oxy datum
album, Antimonium diaphoreticum album), das
Ausgangsmaterial für die Herstellung des Brechweinsteins
hinterläßt. Feste und flüssige A. dient
zum Brünieren der Gewehrläufe, zum Beizen
von Silber, als Ätzmittel sowie zur Herstellung
von Antimonoxyd, Antimonzinnober und anderer
technischer und pharmazeutischer Antimonpräparate.
Anlimongelb, ein Gemisch von antimonsaurem
Blei mit überschüssigem Bleioxyd, bildet eine
wertvolle Malerfarbe, welche den Vorzug der
Glühbeständigkeit besitzt und daher auch in der
Porzellanmalerei benutzt werden kann. Es wird
dargestellt durch Rösten von Bleiantimonlegierungen,
ferner von pulverisiertem Antimon mit
Mennige und weinsaurem Kalium, von Bleiweiß
mit antimonsaurem Kalium und Salmiak sowie
nach verschiedenen anderen Methoden. Die im
Handel auch als Neapelgelb oder Neapolitanische
Erde geführte Farbe besitzt gute
Deckkraft, ist aber\gegcn Schwefelwasserstoff
empfindlich und unterliegt den für Bleifarben
(s. d.) erlassenen Vorschriften,
Antimonoxalat (Oxalsaurcs Antimonkali,
kleesaures Antimonoxydkali, Kaliumantimonoxalat),
ein Doppelsalz aus Kaliumund
Antimonoxalat, bildet kleine, weiße Kristallnadeln
und wird als, Ersatz für Brechweinstein
in der Zeugdruckerei und Färberei verkauft,
kann diesen aber nicht in allen Fällen ersetzen.
Antimonzinnober, eine rote Farbe, die als
Ersatz für Zinnober empfohlen wird und aus
einer Verbindung von Dreifach-Schwefelantinron
mit Antimonoxyd besteht, entsteht beim
Vermischen von unterschwefligsaurem Natron
mit einer Lösung von Antimonbutter in der
Siedehitze als ein rotes, in Wasser unlösliches
Pulver, welches sich am besten für Ölanstriche
®ignet. Als Wasserfarbe für Kalkwände kann
A. nicht benutzt werden, da die Farbe hierbei
verändert wird. Vom echten Zinnober unterscheidet
er sich leicht beim Übergießen mit Salzsäure,
wobei er unter Entwicklung von Schwefelwasserstoff
zerstört wird, während der echte
Zinnober unverändert bleibt.
Antinervin, eine von Dr. Radlauer in den
Plandel gebrachte Mischung von 250/0 Bromatnmonium,
25% Salizylsäure und 500/0 Azetuntlid
gegen Fieber, Neuralgie usw.
Antinonnin. Rotbraune Paste aus Seife und
Glyzerin mit etwa 500/0 o-Dinitrokresolkalium,
die in Form ihrer wäßrigen Lösung als Mittel
Segen Hausschwamm zum Imprägnieren und
Anstreichen von Holz Verwendung findet.
, Antinosin, das Natriumsalz des Nosophens
' s ; d.), ein blaues, wasserlösliches Kristallpulver,
' v trd bei der Wundbehandlung an Stelle des
•^doforms sowie bei Diphtherie benutzt.
, Antipyrin, Phenyldimethylpyrazolon,
<!PL, 1CH 3 ).jN„C 3 HO, wurde zuerst von Knorr
’ urch Erhitzen von Phenylhydrazin mit Azetessigester
und nachfolgende Behandlung des
'j^kfhmsproduktes mit Jodmethyl und Methyl-■dkohol
hergestellt. Es bildet farblose, glänzende
Glichen, die bei 113 0 schmelzen, in Wasser,
Alkohol und Chloroform leicht, in Äther etwas
schwerer Isölich sind. Durch Eisenchlorid wird
in der stark verdünnten Lösung eine tiefrote,
durch salpetrige Säure eine blaugrüne Färbung
erzeugt. Das A. gehört zu den wertvollsten Fiebermitteln
und wird auch gegen Gelenkrheumatismus
und Neuralgie mit Erfolg verordnet. Von
den Derivaten des Antipyrins wird die Verbindung
mit Salizylsäure, das Salipyrin, wie das
A. selbst angewandt, während die Jodverbindung,
das Jodopyrin, die vereinigte Wirkung des Ä.
und des Jods zeigen soll. Weitere Derivate s.
unter Azetopyrin, Migränin, Tussol.
Antirheumin (Antirheumatin, Fluorrheurnin)
ist eine Fluorphenetol und Fluordiphenyl
enthaltende Vaseline, die zu Einreibungen gegen
Rheumatismus und Influenza empfohlen wird.
Antirheumol, ein Salizylsäureglyzerinester,
wird durch Erhitzen von Salizylsäuremethylester
und Glyzerin bei Gegenwart von Natriumazetat
dargestellt und als Rheumatismusmittel angewandt.
Anfisepsin oder Asepsin, p-Bromazetanilid,
wird als Antipyretikum empfohlen.
Antiseptin, ein aus Zinksulfat, Zinkjodid, Thymol
und Borsäure bestehendes Antiseptikum,
welches seinerzeit von B. Fischer sehr abfällig
beurteilt worden ist.
Anytin, ein gereinigtes Ichthyolpräparat, welches
die Fähigkeit besitzt, mit gewissen in Wasser
schwer löslichen Stoffen, wie Kampfer, Eukalyptusöl
und anderen ätherischen Ölen leicht
lösliche Mischungen (Anytole) zu bilden.
Aouaraöl (Tukumöl), ein dem Palmöl nahestehendes,
zinnoberrotes Fett von der Tukumpalme
(Astrocärpium vulgare), welches in
der Seifenherstellung Anwendung findet.
Apatit, ein im wesentlichen aus phosphorsaurem
Kalzium mit geringen Mengen Fluor oder
Chlor bestehendes Mineral, welches entweder in
Form gut ausgebildeter Kristalle (z. B. der blaßgrüne
Spargelstein), feinfaseriger dichter Abarten
(Phosphorit), oder erdiger Massen
(Osteolith) auftritt. Hauptfundorte: Spanien,
Kanada, Norwegen, Rußland usw. Nach der
Aufschließung mit Schwefelsäure liefert der gegen
400/0 Phosphorsäure enthaltende Ä. ein wertvolles
Düngemittel. (Superphosphat.)
Apsnta, ein künstliches Bitterwasser, welches
vorwiegend Sulfate des Magnesiums und Natriums
(3,9 g in 1 1) neben geringen Mengen
Gips, Kochsalz und Soda sowie Spuren Eisen
und Kieselsäure enthält.
Apfelbaumholz. Das sehr harte, hellbraune
Holz nimmt eine schöne Politur an und wird
zur Herstellung von Möbeln und kleineren Gegenständen,
wie Hobelgestellen, Werkzeuggriffen
usw. verwendet.
Apfelsinen (Orangen, Pomesinen, süße
Pomeranzen, Sinaäpfel, frz. Oranges douces,
Pommes de Chine, engl. China oranges)
sind die Früchte von Citrus sinenses, eines
ursprünglich in China heimischen Baumes, dessen
Kultur sich jetzt über zahlreiche warme Länder
verbreitet hat. Die ersten A. sollen im Jahre
1548 von China nach Lissabon gebracht worden
sein, während zurzeit Italien, Spanien, Portugal,
die Azoren, Westindien, Kapland, Kalifornien
als Haupterzeugungsländer in Frage kom-