Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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würden? Die Belastung des Tabaks ist in Frankreich 
viel höher, als die, von der Herr von Stauffenberg im 
Reichstage sprach, und doch sind die Producte rein: das 
ist ein sehr schwer wiegendes Argument zu gunsten des 
Monopols.*) 
Dasselbe Argument könnte man zu gunsten des Alko 
holmonopols anführen, wenn in der That, wie man früher 
glaubte, die Reinheit des Trinkalkohols einen wesent 
lichen Factor im Kampfe gegen den Alkoholismus bildete. 
Man weiss in der That, dass nach der Einführung des 
Alkoholmonopols in der Schweiz die unter der Herrschaft 
der Hausdestillation so arg vernachlässigte Rectification 
so vorzüglich gestaltet worden ist, dass die Eidgenossen 
schaft ihrem Schnaps, um ihn den Consumenten, denen er 
zu fade erschien, mundgerecht zu machen, 1V2 pro Mille 
Fusel heimischen musste, eine Menge, die übrigens als 
unschädlich betrachtet wird.**) 
Wir wollen übrigens nicht zu bemerken unterlassen, 
dass wir aus anderen Gründen und besonders, um die Be 
schränkung des Consums zu erleichtern, Anhänger des 
Fabrications- und Verkaufsmonopols beim Alkohol sind; 
es ist nämlich festgestellt worden, dass auch der voll 
kommen gereinigte Alkohol ebenso giftig ist, wie der 
fuselhaltige. 
Was auf der anderen Seite die Lebensmittel anlangt, 
wie Brot, Butter, Milch, Colonialwaren, kurz alle die 
jenigen Producte, deren Verkauf einer ebenso lästigen, 
wie häufig unwirksamen staatlichen Controle unterstellt 
ist, so ist klar, dass bei ihnen allen für eine Socialisierung 
durch den Staat oder die Gemeinde, besonders das Argu 
ment, spricht, dass die Qualität der Producte dadurch 
verbessert wird. 
*) Leroy-Beaulieu: Traité de la science des finances. 
(Paris, Guillaumin, 1892.) I., pag. 701. 
**) Berry er: Le monopole de l’alcool (Lüttich, 1898), 
pag. 216.
	        
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