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sich selbst arbeiten und ein directes und unmittelbares
Interesse daran haben, so viel wie möglich zu leisten.
Darauf haben wir zunächst zu erwidern, dass dieser
Vergleich — so günstig man ihn auch für die unabhängigen
Producenten hinzustellen beliebt — gar nichts beweist:
die Socialisten denken gar nicht daran, Arbeit und Besitz
zu trennen, wenn sie vereint sind, sondern im Gegenteil
sie zu vereinen, wenn sie getrennt sind ; sie erstreben
lediglich die Expropriation des capitalistischen Eigentums
und beabsichtigen keineswegs den Inhabern des per
sönlichen Eigentums eine Cooperation aufzuzwingen, wenn
diese nichts davon wissen möchten.
Nur constatieren sie — und die capitalistische Con
centration bezeugt die Richtigkeit dieser Feststellung —
die Inferiorität der Einzelunternehmungen in den meisten
Productionszweigen, in allen Industrieen, die der Befriedi
gung der allgemeinsten und ausgedehntesten Bedürfnisse
dienen.
So herrlich die Blüten der persönlichen Initiative sein
mögen, sie verkümmern wie die jungen Pflanzen im
Schatten grosser Bäume, sobald die capitalistische Pro
duction die Arbeit in mechanische Teiloperationen zer
legt, den Wert der Fachausbildung auf ein Minimum
reduciert und den Lohnarbeitern keinen anderen Anreiz
zur Arbeit mehr lässt, als die Furcht vor Entlassung oder
vor Strafe, wenn sie im Tagelohn, vor verminderter, unter
das Existenzminimum herabgehender Einnahme, wenn sie
im Accord schaffen.
Auf dieser Stufe der Entwickelung concentriert sich
die persönliche Initiative gerade so, wie das Eigentum und
die Production.
Sie fällt fast ganz und allein dem Capitalisten zu,
solange er selbst das Unternehmen leitet und die Leitung
nicht Angestellten überträgt.
Er heimst alle Profite ein, trägt aber auch alle Ver
antwortung, und wenn er, was nur gar zu häufig vor-