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Debatte.
Im übrigen möchte ich auf den Ausgangspunkt meiner Ausführungen
zurückkehren und noch einmal hervorheben, daß, wie
mir scheint, die Leitsätze, wie sie nun vorliegen, im großen ganzen
das Richtige treffen. Bisher hat man ja ganz gegenteilige Ansichten
noch nicht gehört. Nur Herr v. Bortkiewicz hat die meisten Leitsätze
für überflüssig gehalten, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Ich
möchte Ihnen nochmals dicLeitsätze zur Annahme empfehlen.
Versicherungstechniker Unger-Lankwitz bei Berlin :
M. H.! Ich glaube, in erster Linie können wir es mit großer
Freude begrüßen, daß diese Frage auf die Tagesordnung gesetzt ist;
denn der Verein macht sich hierdurch zum ersten Male schlüssig,
was sein Name bedeutet. Wir haben schon verschiedene Themata
behandelt im Verein und in den Abteilungen, aber gerade die Frage
der Förderung der Versicherungswissenschaft wird uns klären, in
welcher Richtung wir unsere Tätigkeit in erster Linie zu entfalten
haben. Insofern ist das Thema zu begrüßen.
Ich möchte in erster Linie als Arbeiterversicherer und speziell
als Mathematiker sprechen. Gerade die Ar beiter Versicherung erfordert
ja jetzt eine ganz andere Entwicklung, als bisher die Versicherung
genommen hat, die Arbeiterversicherung, die gerade auf
dem Gebiete des Versicherungsrechts, ferner auf dem Gebiete der
Versicherungsmathematik und der Statistik manche Neuerung einführen
wollte. Bisher ist die Arbeiterversicherung noch als Stiefkind
betrachtet, und ich möchte behaupten, auch insofern im Verein als
Stiefkind behandelt worden, als sich für die Arbeiterversicherung
nur geringe Beteiligung ergab. Auch heute sehe ich nur wenig
Vertreter derselben teilnehmen, ebenso wie in der Zeitschrift nur
wenig literarische Beiträge auf diesem Gebiete erschienen sind.
Gerade auf diesem Gebiete muß aber stark eingesetzt werden. Ich
möchte aus diesem Grunde eine kleine Lanze für die Arbeiterversicherung
brechen.
Um nun auf die heutigen Ausführungen einzugehen, so ist von
verschiedenen Rednern der Gegensatz in erster Linie zwischen Verbreitung
der Versicherungswissenschaft und zwischen der Entwicklung
der Versicherungswissenschaft gezogen worden. Ich meine, diese
Teilung ist ganz selbstverständlich ; denn es handelt sich darum,
einmal die Fachmänner zu vertiefen, und anderseits, weiteren Kreisen
das Versicherungswesen bekannt zu geben. Besonders ist das sehr
notwendig nicht nur für die Richter, die heute erwähnt worden sind,
sondern auch für die Verwaltungsreferenten, die auf diesem Gebiete
sehr eingehend zu arbeiten haben ; auch hierbei weise ich besonders
auf die Arbeiterversicherung hin. Sie haben die Statuten zu revidieren
und wichtige Anordnungen zu treffen; wohin führt es, wenn
der betreffende Referent, der vielleicht ein tüchtiger Verwaltungsjurist
ist, auf gewerblichem Gebiete und rein praktischem Gebiete
und speziell auf dem des Versicherungswesens wenig Vorbildung
besitzt! Ich verweise auf die Ausführungen, die der verstorbene
Staatsminister Dr. Bosse mehrfach gemacht hat, der dafür eintrat,