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Debatte.
Vorsitzender: Job glaube, so ganz mit dem, was wir Vorhaben,
hängen die Ausführungen des Herrn Redners nicht zusammen.
Vielleicht darf ich Sie bitten, sich etwas mehr an das Thema zu halten.
Versicherungstechniker Unger-Lankwitz bei Berlin:
Ich werde selbstverständlich der Weisung des Herrn Vorsitzenden
nachkommen und kann um so leichter seinem Wunsche
entsprechend das vorstehende Thema verlassen, als ich damit
fertig war.
Was weiter die Ausführungen des Herrn Professors Dr. Florschütz
betrifft über die Förderung auf dem Gebiete der Versicherungsmedizin,
so habe ich es recht dankbar begrüßt, daß Herr Dr. Florschütz
zum Ausdrucke gebracht hat, daß dieses Gebiet der Versicherung
eine spezielle Ausbildung erfahren müsse, da jemand wohl
ein tüchtiger Arzt sein könne und doch nicht ein tüchtiger Versicherungsmediziner,
sei es auf dem Gebiete der Arbeiterversicherung
oder anderswo. Dies ist aber bei den neueren Bestrebungen der
Ärzte stark außer acht gelassen worden. Ich möchte deshalb gerade
der Pflege der medizinischen Versicherungswissenschaft das Wort
reden und dafür sein, daß recht intensiv darauf hingearbeitet wird.
Es kann eben nicht jeder Arzt begutachten, was zur Versicherung
und für den Versicherten notwendig ist. Nur speziell der Arzt ist
dazu imstande, der in der Arbeiterversicherung mit den einzelnen
Fällen genau Bescheid weiß.
M. H., es wurde ein Schlagwort heute ausgegeben, das ich nur
ganz nebenbei streifen möchte, das ist die Verstaatlichung der Versicherung.
Ich glaube, darüber sind wir wohl einig, daß wir auf
diesem Gebiete nicht folgen können ; denn die staatliche Versicherung
würde tatsächlich der Pflege der Versicherungswissenschaft nicht
dienlich sein. Gerade die freie Entfaltung des Versicherungswesens
und der Versicherungswissenschaft dient am meisten zu ihrem
Gedeihen.
Was die Vorlesungen betrifft, die auf Hochschulen über die
Versicherungswissenschaft gehalten worden sind, so habe ich speziell
bedauert, daß eine Art Hochschule ganz nebensächlich erwähnt
worden ist, und das sind die technischen Hochschulen. Die
Handelshochschulen, die heute vorzugsweise vorgeschlagen wurden
zur Pflege der Versicherungswissenschaft, sind meines Erachtens nicht
so fruchtbringend, wie gerade die technischen Hochschulen. Diese
mit ihrem Bestände an Technikern, an Bauverständigen haben so
enge Verbindung mit dem Versicherungswesen, daß sie am geeignetsten
erscheinen, auch derartige Vorlesungen halten zu lassen.
Der Ingenieur oder Techniker, der künftig einmal Fabrikbesitzer
oder Fabrikleiter wird, der Baumeister, sie haben hohes Interesse
daran, von der Versicherungstechnik etwas kennen zu lernen, mag
es für Bauverständige auf dem Gebiete der Feuerversicherung, mag
es für Industrielle auf dem Gebiete der Transportversicherung sein.
Ebenso ist das Versicherungswesen für den Handelsbeflissenen, ja
vielleicht auch für den Schiffbauer von Interesse.