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Dr. Desenberg, Dr. Bloch, Dr. Ehrenberg. 83
betreiben, wenn er weiß, welche Zwecke damit verfolgt werden, und
wenn er die Bedürfnisse des Mathematikers kennt, diese Statistik
nutzbringend verwerten zu können. Und der Mathematiker wird
die statistischen Quellen um so erschöpfender verwerten können, je
mehr er mit medizinischen Begriffen und Gesichtspunkten sich vertraut
gemacht hat. Ich bemerke ausdrücklich, daß nach meiner
Meinung die Einrichtung einer solchen Akademie mit den Bestrebungen
der Handelshochschulen nicht kollidiert, weil die Akademie
an einer Universität errichtet werden soll und ihre Hörer sich
aus anderen Elementen zusammensetzen werden wie diejenigen der
Handelshochschulen. Die Akademie soll zudem nur an einer
Universität errichtet werden und soll ihren Hörern das wissenschaftliche
Extrakt alles dessen bieten, was überhaupt auf diesem Gebiete
vorliegt. Ich möchte bemerken, daß die Einrichtung einer solchen
Akademie darin liegen kann, daß sich an derselben Lehrkräfte zusammenfinden,
welche in ihrer Spezialwissenschaft der Jurisprudenz,
der Medizin, der Mathematik mit dem Versicherungsfache praktisch
Fühlung haben oder praktisch in ihm tätig sind und nun im Dienste
einer Sache und auch lokal an einer Stätte vereinigt sich gegenseitig
ergänzen und in ihren Bestrebungen befruchten. Die geeigneten
Kräfte für eine solche Akademie würde der Deutsche Verein
für Versicherungs-Wissenschaft bieten, welcher sich ja zur Aufgabe
gemacht hat, alle wissenschaftlichen Disziplinen unter einen Hut zu
einen zu gemeinschaftlichen versicherungswissenschaftlichen Bestrebungen.
Im übrigen würde es sich von selbst ergeben, daß eine
solche Akademie nur in Berlin errichtet werden könnte, dem Domizil
unseres Vereins und der Stätte der in unseren Thesen ebenfalls
gewünschten wissenschaftlichen Zentralstelle. Deshalb möchte ich
anheimgeben, ob nicht in den Leitsätzen vielleicht unter
5a hinzuzufügen wäre »die Errichtung eines besonderen
Seminars oder einer besonderenAkademiefürVersicherungswissenschaft
an der Berliner Universität«.
Prof. Ui. Ehrenberg-Göttingen : Nur ein Wort, ehe wir zur Abstimmung
schreiten, zur Geschäftsordnung. Ich freue mich sehr, daß
der Gedanke einer wissenschaftlichen Zentralforschungsund
Lehrstelle doch, wie mir scheint, neben Widerspruch auch
Anklang gefunden hat. Ich habe aber den Eindruck, als wenn auch bei
den Freunden eines solchen Instituts über das, was zu erstreben und
zu befürworten ist, eine Einigung der Auffassungen noch nicht erzielt
ist, diese ganze Frage vielmehr noch der Klärung bedarf. Ich
möchte deshalb den Herren vorschlagen, von dieser Frage heute
Abstand zu nehmen und sie der Zukunft zu überlassen. Wir werden
noch Gelegenheit haben, uns über die Errichtung einer solchen
Akademie, wie sie genannt worden ist, zu unterhalten. Sollte meine
Anregung als ein Antrag aufgefaßt worden sein, so würde ich ihn
also hiermit zurück zieh en, nicht, weil ich die Sache nicht für eine
gute halte oder nicht glaube, daß sie genügend Sympathie finden