Dr. Ehrenberg, Dr. Desenberg.
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läßt. Für die alljährlichen Mitteilungen des Bevölkerungswechsels,
für die Aufstellung von Sterblichkeitstafeln der Gesamtbevölkerung
für Männer und Frauen, für die Angaben der Unfallhäufigkeit bei
den einzelnen Berufsgenossenschaftsn, der Zahl der verunglückten
und der überhaupt fahrenden Schiffe werden meiner Meinung nach
verschiedene Zweige der Privatversicherung sehr dankbar sein, wenn
auch die betreffenden Tabellen nicht immer ohne weiteres praktisch
verwertbar sind.
Die Reichsregierung würde sich große Verdienste um das Versicherungswesen
erwerben, wenn sie veranlassen würde, daß soweit
als möglich die Schadenereignisse, welche Gegenstand der Versicherung
sind, nach den Grundsätzen der Wahrscheinlichkeitslehre und
nach versicherungstechnischen Gesichtspunkten gesammelt und geordnet,
gleichzeitig in Beziehung gesetzt werden zu der Gesamtheit
der überhaupt in der gleichen Zeiteinheit beobachteten Fälle, zu
denen jene gehören.
Ob überhaupt einzelne Zweige der Schadensversicherung z. Z.
gute statistische Grundlagen besitzen, ist mir bis jetzt nicht bekannt
geworden. Von wie großer Bedeutung dieselben aber für eine
richtige Tarifierung sind, brauche ich vor Ihnen, hochgeehrte Herren,
nicht weiter nachzuweisen.
Unter allen Versicherungszweigen erfreut sich meines Wissens
die Lebensversicherung verhältnismäßig der zuverlässigsten statistischen
Grundlagen. Aber auch hier ist alles in der Veränderung
begriffen. Durch die Arbeiten von Sj)rayue und Karup scheint
dargetan zu sein, daß die Sterblichkeitstabellen nicht bloß nach dem
Alter der Versicherten, sondern auch nach der Dauer ihrer Versicherungen
aufgebaut werden müssen.
Ganz besonders in der Invaliditäts- und in der Rentenversicherung
ist das Bedürfnis nach besseren statistischen Grundlagen
zutage getreten. Die bekannte Statistik der deutschen Eisenbahnverwaltungen
hat uns gewissermaßen doch nur einen oberflächlichen
Einblick verschafft in die Sterblichkeitsverhältnisse invalider bezw.
pensionierter Eisenbahnbeamten. Die genaueren Werte, deren wir
für die Berechnungen bedürfen, fehlen uns noch immer. Hier
würde eine Fortsetzung der betr. Statistik sehr zu begrüßen sein,
auch wenn dieselbe sich lediglich auf die Gewinnung der Sterblichkeitsverhältnisse
invalider und pensionierter Beamten unter gleichzeitiger
Berücksichtigung des Alters beim Eintritt der Invalidität
bezw. der Pensionierung und der jeweilig stattgehabten Dauer der
Arbeitsunfähigkeit sich beschränkt.
Auch die Sterblichkeitsverhältnisse der auf Leibrenten versicherten
Personen sind nicht bloß abhängig vom Alter zur Zeit
des Rentenversicherungs-Abschlusses, sondern ganz besonders auch
von der jeweiligen Dauer des Bestehens dieser Versicherungen.
Den Forderungen der Zeit entsprechende Sterblichkeitstafeln sind
nicht bloß für die richtige Bemessung der zu gewährenden Renten,
sondern namentlich auch für die ausreichende Reservestellung notwendig.
Veröffentl. d. Deutsch. Vereins f. Vers.-Wissenschait. III. 6