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In großen Beamtenkonsumvereinen sind allerdings meist Jnnenbeamte die
Träger der Konsumvereinsämter, aber auf kleinen Stationen sind auch Außenbeamte
dabei beteiligt, und für die Reisenden, die totgefahren oder zu Krüppeln
gemacht werden, ist es ebenso unangenehm, ob dies auf einer kleinen oder großen
Station geschieht. Hier heißt es vorbeugen!
Das reisende Publikum kann es Sr. Exzellenz v. Budde nur Dank wissen,
daß er auch nach dieser Seite hin einen vorausschauenden Blick an den Tag
legt. Große Handelsgeschäfte treiben und im kleinen aufpassen, verträgt sich
einmal nicht miteinander, und wer sich ernstlich überlegt, wie er für Tausende
oder Zehntausende von Mark Warenabschlüsse machen soll, den verlassen diese
Geschäfte nicht auf Kommando mit Antritt des Dienstes, den bewegen sie auch
im Dienst, und das ist störend für einen so wichtigen Betrieb, wo jeden Augenblick
Lebensgefahr heraufbeschworen werden kann.
Die Freisinnigen und Sozialdemokraten rechnen freilich nicht mit Menschen
aus Fleisch und Blut, sie operieren mit schematischen Gebilden oder tun wenigstens
so. Auf solche verworrenen Sachen kann sich aber ein Minister nicht einlassen,
und daher ist es mit Freuden zu begrüßen, daß Exzellenz v. Budde sich so geäußert
hat, wie es geschehen ist.
§ 39.
Spaßhaft ist noch zu sehen, wie in der Hitze des Gefechts die Untergenossen,^ Şoziàmowelche
nicht so stubenrein sind wie die Reichstagsabgeordneten und nicht ^^der^K°n-2
x / 4 Stunden reden können, ohne das Wort Sozialdemokratie fallen zu lassen,
unvorschriftsmäßige Seitensprünge machen und in drei Zeilen mehr ausplappern
als in stundenlangen Eiertänzen von den Obergenossen wieder verwischt werden
kann. Solcher Fall liegt in dem oben schon einmal benutzten Zitat aus dem
Hallischen Volksblatt vom 15. Juli vor, wo von den Merseburger Genossen
schlankweg geschrieben und von den Volksblattredakteuren durchgelassen ist:
„. . . . da den meisten Mitgliedern bekannt ist, daß der Verein ins Leben gerufen
wurde, um einem Manne, der auch für die Partei tätig sein soll, eine
unabhängige Stellung zu verschaffen. Das Bestreben aller geht nun dahin, daß
ein ehrlicher und geschäftsgewandter Mann in leitender Stellung sein soll, der
gemeinschaftlich mit der Verwaltung zum Wohle des Vereins und auch der Partei
arbeitet."
Was hier als selbstverständliche Personalunion zwischen Konsumvereinsleitung
und sozialdemokratischer Agitation für Merseburg gefordert wird, ist für
fast alle Orte praktische Übung. Sollte das eigentlich nicht ausreichen
zurFeststellungdes Tatbe st andes behufs Auflösung
der Vereine nach § 81 des Genossenschaftsgesetzes?