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Der Tischlermeister sagte mir, daß durch die Ausstellung von allerhand
minderwertigen Möbeln mit angeschriebenen Lockpreisen die Wertschätzung eines
guten Stückes so im Publikum verloren gegangen wäre, daß es kaum möglich sei,
bei Abschluß eines Geschäftes für ein solid gearbeitetes Stück auf die Kosten
zu kommen, der Sattler und Täschner zeigte mir, wie durch genaue aber minderwertige
Imitation dauerhafter und früher gangbarer Ware die guten Artikel
schwer verkäuflich würden, und so ist es weitergegangen.
§ 45.
Es wird nicht wundernehmen, wenn ich anführe, daß Herr Wernicke durch
fortwährendes Untereinanderwerfen der verschiedenen Begriffe vom alten, neuen
und dem ganzen Mittelstand auf einmal zu dem Resultat gelangt, daß nicht eine
Vernichtung, sondern eine eminente Erstarkung des Mittelstandes die Physiognomie
der neuzeitlichen wirtschaftlichen Entwickelung sei. Er sucht hierdurch
den Schein zu erwecken, als ob die Warenhäuser dabei auch mitgeholfen hätten.
Gewiß gibt es viele durchaus sicher dastehende Mittelstandsexistenzen im
Veamtenstand, im gehobenen Arbeiterstand, im Bauhandwerk, unter den Fabrikanten,
Agenten usw., aber die sind nicht auf das Konto der Warenhäuser zu setzen.
Die Warenhäuser haben den Nationalwohlstand nicht vermehrt, und der einem
Huhn etwa verbliebene Fettansatz ist nie als ein Verdienst des Fuchses angesehen
worden, der sich alle Mühe gegeben hat das Federvieh zu rupfen. Dem Mittelstand
als solchem haben die Warenhäuser überall, wo sie aufgetaucht sind, geschadet,
indem sie einen Hauptteil von ihm, den gewerblichen Mittelstand, lahmgelegt
haben. Daß der Niedergang nicht allgemein wird, das muß so schnell wie
möglich verhindert werden. Die Zahlen des Umsatzes der Warenhäuser in
Frankreich und England mahnen dazu. Sie beweisen die ungeheuren Expansionsbestrebnngen
der einzelnen Betriebe, da allein drei Warenhäuser in Paris
einen dreimal so großen Umsatz haben wie die 73 jetzt in Preußen existierenden.
Aber alle die Riesenzahlen dienen den Warenhausanhängern nicht entfernt
dazu, ihr Gebaren, den Handel an sich zu reißen, in etwas einzudämmen. Herr
Dr. Wernicke macht vielmehr ganz wie Herr Staudinger in seinem Konsumvereinsfanatismus
den Versuch, den Kaufmannsstand selbst für die Überfülle des
Angebots verantwortlich zu machen. Ich könnte eigentlich zur Widerlegung der
hier auftretenden Trugschlüsse ans den bezüglichen Passus im zweiten Abschnitt
verweisen, will aber doch die doppelte Mühe der zweimaligen Zerpslückung des
zweimal auftretenden Vorwurfs nicht scheuen, da im Unterlassungsfall leicht schädliches
Triumphgeschrei der Warenhänsler über mein Schweigen angestimmt werden
könnte, zumal Herr Dr. Wernicke anderes Zahlenmaterial benutzt.
BerunglückterVcrsuch,
die Warenhäuser
als Ursache
deswirtschaftltchen
Aufschwungs und
die Kaufleute als
selbstschuldig für
ihren Ruin hinzustellen.