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zu den Argumentationen, die bei den Verteidigern der Warenhäuser besonders
beliebt sind. In Wirklichkeit ist sie hohl und sagt gar nichts, weil sie zuviel sagen
will. Sie setzt voraus, daß alle Fabriken, alle Eisenbahnen und alle Straßenbahnen
immer und für jedermann nützlich tvären, und daß ihr Vorteil so sonnenklar
sei, daß nur komplette Narren sich dieser Einsicht verschließen könnten. Das
ist aber ganz falsch.
Die Einführung der mechanischen Webstühle hat ungezählte Weberfamilien
in schwere Bedrängnis gebracht, ganze Landstriche arm gemacht. Noch heute
kann man in den verschiedensten Gegenden Schlesiens, Thüringens und Sachsens
die Nachwirkungen der damaligen Erschütterung im volkswirtschaftlichen Gleichgewicht
eines großen Berufsstandes sehen. In zahlreichen Zeitungen stehen
täglich Bitten um Hilfe für die Weber der einzelnen Reviere durch Zuwendung
von Arbeit zu lesen. Es war also gar nicht töricht, wenn die Weber damals über
die neue Erfindung ebenso klagten, wie es heute die „fortgeschrittenen" Buchdruckergehilfen
über die geistvoll konstruierte Setzmaschine tun, indem sie zum Teil
durch Streik ihre Einstellung an einigen Orten verhindert haben, vder die eisernen
Kollegen nur in einer verhältnismäßig stipulierten Anzahl dulden.
Auch die Eisenbahnen sind nicht für jedermann, nicht für alle Stadtgegenden
und nicht für alle Städte zum Segen geworden.
Gastwirte, welche früher in Städten ohne Bahnverbindung ein glänzendes
Geschäft machten, weil viele Reisende über Nacht blieben, sehen jetzt ihre alten
Kunden früh mit der Bahn kommen und nachmittags wieder abfahren, Kaufleute,
tvelche früher in allen Artikeln guten Umsatz hatten, werden viel beschränkt, weil
ein großer Teil des Publikums, um sich einmal zu amüsieren, verreist und bei
dieser Gelegenheit auswärts kauft, Arbeitgeber, welche sonst zufriedene und zum
Wohlstand gelangende Arbeiter hatten, sehen dieselben Leute jetzt mit Arbeiterzügen
nach auswärts dampfen und haben erst Gelegenheit, sie als Invaliden
wieder in Arbeit zu nehmen, wenn sie sich nicht dem Vorwurf der Hartherzigkeit
aussetzen wollen.
In Halle führt eine Stadtgegend den Namen Klaustorvorstadt. Sie war
früher die beste Geschäftsgegend, da ein sehr starker Landverkehr durch sie nach
der Stadt führte. Die Eröffnung der Halle-Kasseler Bahn hat das ganz geändert.
Es ist eine allgemeine Entwertung der Gegend eingetreten. Sollten nun
die Bewohner aller der betreffenden Straßenzüge so furchtbar erbaut sein von
der Ausführung der Halle-Kasseler Bahn? Sie hatten an sich gegen die Bahn
nichts, aber ihre Einmündungsstelle in Hatte war doch für sie verhängnisvoll.
Eine ganze Anzahl Städte ist durch die Eisenbahn direkt geschädigt worden, wenn
auch viele und vielleicht die meisten große Vorteile gehabt haben.