Full text : Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

XXV  1.

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„The  average  fertility  of  St.  Domingo  is  above  three  times
greater  than  that  of  Jamaica.  Accordingly  the  French  planters ­
  have  always  been  able  to  bring  their  sugars  to  market
at  a  much  lower  prize  than  the  British“  (Brougham  I,  S.  520  if.).
„Jamaika  konnte  im  ganzen  nicht  als  sehr  fruchtbar  bezeichnet
werden“  (Renny,  S.  84).  Nach  D.  M.  Kinnen  (S.  26)  soll
Barbadoes  im  18.  Jahrhundert  seinen  Boden  so  erschöpft
haben,  dais  sich  der  Zuckerbau  dort  nicht  mehr  lohnte.  Über
Dominica  z.  B.  urteilt  derselbe  Schriftsteller  (S.  50):  „The
general  surface  of  the  country  is  ...  unfavourable  to  the
cultivation  of  sugar.“  „Fleifs  und  Geschicklichkeit,“  sagt
Dr.  Mitchell  (Report  von  1807,  S.  10)  „sind  machtlos,  die
natürlichen  Unterschiede  in  der  Fruchtbarkeit  auszugleichen.“
In  Französisch-  und  Spanisch  -  Domingo  konnte  auf  ein  und
demselben  Boden,  ohne  umgepflanzt  zu  werden,  10—15  mal
hintereinander  Zuckerrohr  geerntet  werden!  (Rep.  1789,  V,
Zeugnis  von  Barbadoes.)  Für  die  fruchtbarsten  und  kultiviertesten ­
  Teile  Jamaikas  schätzte  man  auf  1  Neger  einen
Durchschnittsertrag  von  nur  8 U  hgd.  Muskovadozucker,  für
Domingo  dagegen  1  hgd.  4-  3 U  quarters  (à  15  Cwt.).  Der
Agent  Fuller  gibt,  wohl  mit  starker  Übertreibung,  an,  dafs
auf  Domingo  1  acre  durchschnittlich  dieselbe  Ernte  gäbe  wie
5Ü4  acres  auf  Jamaika.  Als  auf  weitere  Belege  sei  auf  die
Zeugnisse  sämtlicher  im  Report  von  1789  (V.  Teil)  zu  Worte
gekommenen  Agenten  der  britischen  Inseln  verwiesen,  von
denen  z.  B.  dasjenige  von  Mr.  Brathwaite  aus  Barbadoes
lautete:  „.  .  .  such  indeed  seems  to  be  the  natural  privilege
of  superiority  attached  to  the  French  colonists,  who,  more
from  fortune  than  sagacity  and  merit  of  any  kind,  have
established  themselves  upon  a  very  grateful  soil.  And  had
that  of  Jamaica  been  equal  productive,  we  may  venture  to
affirm  that  ...  we  should  have  continued  to  retain  in  the
European  market  that  ascendancy  which  we  now  fear  is
irrecoverably  lost  to  Britain.“  Ramsay  (S.  22)  schliefst  sich
den  obigen  Urteilen  an.  —
Solange  Nordamerika  unselbständig  war,  konnte  England
durch  Erschwerung  des  Verkehrs,  den  die  Nordamerikaner
mit  Französisch-  und  Spanisch-Westindien  pflogen,  die  Entwicklung ­
  des  letzteren  trotz  seiner  gröfseren  Fruchtbarkeit
verlangsamen.  Das  geschah  denn  auch  in  ausgiebigem  Mafse.
Zucker,  Melasse  und  Rum,  die  von  dorther  nach  Nordamerika
importiert  wurden,  belegte  England  mit  Differentialzöllen  von
5  sh.  per  100  Pfund,  obwohl  über  2 /s  des  in  Nordamerika
verbrauchten  Zuckers  von  fremden  Inseln  stammten  (Sheffield,
S.  107)!  Auch  durch  das  Verbot  der  Ausfuhr  von  nordamerikanischem ­
  Holz  in  die  nichtbritischen  Kolonien  bemühte
sich  Großbritannien,  die  ausländische  Plantagen  Wirtschaft  zu
unterdrücken  und  seinen  eigenen  Pflanzern  die  Konkurrenz
            
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