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XXV 1.
Völker für die Sicherheit der Inseln entständen. Ihre War
nungen sind aber bis zum Ausbruch der Unruhen auf Do
mingo kaum beachtet worden. Sklavenerhebungen waren im
ganzen 18. Jahrhundert wohl immerfort vorgekommen ; sie hatten
aber nie einen solchen Umfang erreicht, als dafs man des
wegen auf die Importe verzichtet hätte. Der Nutzen der Im
porte war im ganzen viel gröfser als der durch sie gelegent
lich angerichtete Schaden. Auf Jamaika bestand ein altes
Gesetz, nach welchem jeder Pflanzer aus Gründen der Sicher
heit verpflichtet war, auf eine gewisse Anzahl Neger je einen
weifsen Knecht zu halten. Es war jedoch veraltet; denn tat
sächlich kamen gegen Ende der 1780er Jahre auf einen Weifsen
mehr Schwarze als erlaubt waren. •
An sich war es ohne weiteres klar, dafs frisch importierte
Sklaven, die womöglich noch vor wenigen Wochen in ihrer
afrikanischen Heimat als freie, unabhängige Krieger die Waffen
geführt hatten, viel mehr zu Aufruhr und Widersetzlichkeit
neigen mufsten als solche Neger, die von Geburt an das Joch
der Sklaverei gewöhnt waren. Letztere waren im Kriegsfälle,
wenn irgendein europäischer Feind das Land bedrohte, viel
friedlicher und ihrer neuen Heimat ergebener als erstere. Ihre
Zuverlässigkeit hing zum grofsen Teil von ihrer Behandlung
ab. Von diesem Gesichtspunkt beurteilt auch der bereits auf
Seite 42 erwähnte Brief an Lord Hawkesbury (Report 1789, I)
den Handel: „If any enemy sets foot on any of the islands,
the defence must rest in part in cooperation of the negroes,
and that cooperation will be more or less perfect in the hour
of trial, as springing from fidelity and attachement, or as de
pending on abject submission.“
In ihren Kolonialkriegen haben die Engländer, Franzosen,
Spanier und Holländer oft ihre Sklaven gegeneinander aus
zuspielen versucht; doch meist mit wenig Erfolg. „Es ist den
Engländern während des Unabhängigkeitskrieges von 1770 bis
1783 nie recht gelungen, die Neger gegen ihre Herren auf
zuwiegeln“ (v. Waltershausen, S. 104). Hätten die bisherigen
Aufstände auf die Abolition eine wesentliche Einwirkung ge
habt, so hätte der Negerhandel schon längst eingestellt werden
müssen. Doch das gerade Gegenteil läfst sich beobachten.
Sobald ein Aufstand mit Not und Mühe niedergeschlagen war,
begannen schleunigst wieder die Zufuhren, um die durch den
Krieg gerissenen Lücken zu füllen. So ist England, so sind
alle übrigen Kolonialstaaten, namentlich Frankreich, verfahren. —
Erst aus den furchtbaren Negeraufständen auf Domingo
sowie aus seinen eigenen Sklavenerhebungen in der Kriegs
zeit von 1793—1807 hat England eine Lehre gezogen. Die
Erörterung hierüber fällt nicht mehr in den Rahmen dieses
Abschnitts. Bis zum Kriegsausbruch im Jahre 1793 war die
Furcht vor Aufständen in England keine allzugrofse.