Full text: Antike Wirtschaftsgeschichte

Gallien, Britannien, Germanien. 
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und Massalia transportierten. Später entwickelte sich unter rö 
mischem Einfluß in diesem nördlichen Teil Textilindustrie und 
ein geregelter Bergwerksbetrieb mit der damit verbundenen Me 
tallbearbeitung. Die vorhandenen Städte wurden weiter aus 
gebaut und die bestehenden Zölle vermehrt. 
Die Beziehungen zu Britannien waren nicht sehr enge, da die 
römischen Truppen dort nie recht festen Fuß fassen konnten. Nur 
die südlichen Teile waren einigermaßen unterworfen. Britannien 
exportierte Getreide, Vieh und Metalle, daneben auch Häute, 
Sklaven und besonders Jagdhunde nach Gallien, doch war weder 
die Viehzucht noch die Landwirtschaft sehr entwickelt. Export und 
Import waren nicht groß, doch jedenfalls bedeutend genug, daß 
es sich den Römern verlohnte, sowohl Export als auch Import 
mit Zoll zu belegen (Strabo IV, 5).' 
Germanien hatte keine hervorragende Bedeutung für den rö 
mischen Handelsverkehr, zumal die fortwährenden Insurrektionen 
den Verkehr störten. Viele Gebiete mußten nur geringe Tribute 
und Steuern zahlen, dafür aber Soldaten stellen. Die einzelnen 
Länder am Rhein und an der Donau sowie im Süden an der 
Save und Drave lieferten vorwiegend Naturalien, während die 
Römer italische Waren importierten (Strabo VII, 5). Für Ger 
manien selbst waren die Römer von großer Bedeutung, weil die 
zahlreichen städtischen Ansiedlungen an der Grenze als Kultur- 
und lokale Handelszentren dienten und auch die Produktion Ger 
maniens anregten. Auch der Bernsteinhandel führte schon früh rö 
mische Kaufleute in diese Länder. 
In Italien war der südliche Teil am stärksten zu Ende der 
Republik und zu Anfang der Kaiserzeit der Weidewirtschaft ge 
widmet worden, wenn sie auch in den übrigen Teilen von nicht 
geringer Bedeutung war. So gab es in der Poebene eine reiche 
Wollproduktion, die für die italische Kleiderfabrikation in erster 
Reihe in Betracht kam (Strabo V, 1). Die Poebene lieferte auch 
wie Belgien Schweinefleisch nach Rom. Daß der Viehstand nicht 
übermäßig groß war, scheint daraus hervorzugehen, daß nach Aqui- 
leia Vieh aus den illyrischen Gegenden importiert wurde (Strabo 
V, 1). Die Landwirtschaft lieferte reiche Erträge (Polybius II, 15), 
auch wurden die Wälder zweckmäßig verwertet. In Mittelitalien 
war es immer Kampanien, das ausgezeichneten Weizen lieferte, 
auch die Weinproduktion war dort eine erhebliche, während Roms 
nächste Umgegend dagegen als unfruchtbar erschien. Der Handel
	        
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