Banken, Zinsfuß.
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mit dazu beitrug, die Unsicherheit zu erhöhen, indem der Schuldner,
damals wohl öfter als heute, selbst bei einem gut gehenden Geschäft
in die Lage kam, eben dann zahlen zu müssen, wenn ihm gerade
wenig Geld zur Verfügung stand. Besonders lastete der hohe Zins
fuß auf den bäuerlichen Besitzungen. Während manche Staaten
öffentliche Hypothekenbücher hatten, halfen sich andere mit öffent
lichem Ausruf; in Athen, auf Lemnos, Naxos usw. hingegen war
es Brauch, die auf einem Gut lastende Schuld dadurch kundzutun,
daß ein Stein, der die Schuldsumme trug, auf dem Gute auf
gestellt wurde. Die Kreditgewährung war in diesem Zeitalter
noch wenig entwickelt und meist nur auf kürzere Zeiträume
gedacht. Der Kredit versah damals seltener als heute die Funk
tion, zersplitterte Gelder in einer Hand zu vereinigen oder eine
Art Anteil am Geschäftsertrag sich auf die Dauer zu sichern.
Die Rückzahlung der entliehenen Summe in relativ kurzer Zeit
stand im Vordergrund. Größere Kreditoperationen, die zuweilen
auch bei genügender, meist hypothekarischer Sicherheit gemacht
wurden, wurden vielfach von den großen Tempeln ausgeführt,
die so ihre Schätze verwendeten, soweit sie in Geld bestanden.
Man kann in gewissem Sinne von Tempelbanken sprechen. So
lieh der Tempel von Delos seit dem 5. Jahrhundert bis weit ins
2. Jahrhundert zu 10 % Gelder aus. Neben Privaten begegnen
uns immer wieder in den Inschriften Gemeinden als Schuldner.
Vielfach war das Verhältnis dieser Tempelkassen zum Staate, in
dessen Bereich sie sich befanden, wie das der großen modernen
Notenbanken zum Staat, soweit letzterer Kreditnehmer ist. So
entwickelte sich der athenische Tempelschatz zu einer Art Staats
schatz (S. 64), wobei freilich die Rückzahlung immer mehr die
Form der Reservenansammlung annahm und die Tempelkasse nur
die Staatskasse zur Aufnahme von Reserven ersetzte, da letztere
zu diesem Zweck nicht eingerichtet war. Die Entwicklung des Bank
wesens förderte jene Bevölkerungsklassen, die entweder Geld oder
Unternehmungsgeist besaßen, ohne den alten Klassen anzugehören.
Sklaven, Freigelassene und Fremde fanden hier ein Feld der Be
tätigung, und ehemalige Sklaven konnten es zu großen Bankiers
bringen und schließlich, wenn sie die nötigen Auslagen für öffent
liche Zwecke nicht scheuten, sogar Bürger von Athen werden, ein
Vorgang, der auch der neuern Entwicklung nicht fremd ist und
besonders eine Analogie im Eindringen der Juden in den höheren
und niederen Adel findet.