Bei Salz (seewärts eingehend, bisher frei, nach dem Entwurf
mit 80 Pfg. belegt) beträgt die Ausfuhr das 4-bis 5fache
der Einfuhr, welche ausschliesslich aus Nichtvertragsländern,
Grossbritannien, Niederlande, Portugal, kommt.
Glaubersalz (bisher frei, im Tarif 25 Pfg. Zoll) wird
3 bis 4 mal soviel exportiert, wie importiert.
in Berliner Blau (bisher frei, im Entwurf 10 M.) beträgt
der Export rund das 15fache des Imports, welcher einzig
aus dem Nichtvertragsstaat Grossbritannien kommt.
Bei Bleimennige und Bl ei we iss (bisher frei, im Entwurf
1 M.) macht der Export rund das 18 fache des Imports
aus. Letzterer kommt vorwiegend aus England und Frankreich,
beides Nichtvertragsstaaten.
In Kautschukhalbstoifen halten Einfuhr und Ausfuhr
sich die Wage. Der Verkehr geht hauptsächlich von und nach
den Vereinigten Staaten und Grossbritannien.
Stärke (von 12.50 M. auf 16 M. erhöht) wird etwa
15 mal soviel aus- wie eingeführt. Von der Einfuhr entfallen
200 000 M. auf die Vereinigten Staaten, der liest auf Länder,
mit denen Tarifverträge nicht in Aussicht stehen.
Zum Schlüsse dieser Betrachtung möchte ich noch einmal
die allgemeine Tendenz des neuen Zolltarifentwurfes darlegen:
1. höhere Verzollung sämtlicher landwirtschaftlichen Produkte.
2. Verteuerung der Halbzeuge und
3. höhere Verzollung zahlreicher weiter verarbeiteten Fabrikate,
begründet mit dem Satz, je mehr Arbeit in
einem Produkt stecke, um so höher müsse es verzollt
werden.
Diese Prinzipien beruhen auf einer vollkommenen Verkennung
der wirtschaftlichen Produktionskräfte Deutschlands.
Gefördert werden durch den Entwurf die extensiven Produktionszweige:
der Getreidebau und die Halbzeugfabrikation.
Geschädigt werden die intensiven Betriebe der bäuerlichen
Kleinwirtschaft und der industriellen Fertigfabrikation. Die
letzteren aber sind nach dem Stande der heutigen wirtschaftlichen
Situation Deutschlands die Hauptsache der deutschen
Volkswirtschaft. Das handelspolitische Problem, welches wir
zu lösen haben, ist in seinem Kern ein Problem der Bevölkerungspolitik.
Wie hätten wir wohl den Bevölkerungszuwachs
ernähren wollen, wenn nicht der Industrie Gelegenheit zu