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Grundlage festgesetzt werden. Ein künstliches, gewaltsames
Verkleinern der grossen Apotheken, eine Massregel, die auch
vorgeschlagen worden sei, ein zu dichtes Zusammenlegen der
Apotheken in Verkehrsstrassen ohne Rücksicht auf eine gewisse
Minimalbevölkerungszahl als feste Grundlage der Existenzfähigkeit,
würde sicher nicht nur ein sozial-ökonomischer Fehler,
sondern auch eine unnötige gesetzliche Härte sein. Bei Neugründung
einer Apotheke müsse die Hauptfrage doch die sein,
ist ein Bedürfnis vorhanden?
In Hamburg z. B. existierten 1816 58 Apotheken, die der
Senat nach und nach auf 24 einschränken wollte, „da dieselben
weder volles Vertrauen besitzen, noch verdienen und es im
allgemeinen dem Apotheker unmöglich gemacht würde, ein
ehrlicher Mann zu bleiben.“ (Hamburger Medizinalordnung.)
„Freie Konkurrenz — heisst es in derselben Medizinalordnung
von 1818 — ist im allgemeinen die Seele des Handels und
darf bei keinem Handelszweige eingeschränkt werden. Sie
liefert die beste und wohlfeilste Ware; beim Apotheken wesen ist
es aber anders. Von dem Apotheker wird keine Ware genommen,
um damit Handel zu treiben, sondern um die verlorene
Gesundheit herzustellen und das Leben, das durch
Krankheit in Gefahr gebracht ist, zu retten. Der Käufer wendet
sich nur dahin, wenn die Not ihn dazu zwingt; er kennt die
Ware nicht, die er zu kaufen gezwungen ist, kann ihre Güte
nicht beurteilen, und doch hängt von derselben Leben und
Gesundheit ab. Bei einem solchen Geschäft müssen ganz andere
Grundsätze, als beim allgemeinen Handel festgestellt und befolgt
werden. Hier kommt es darauf an, dass die Zahl nicht
grösser sei, als das Bedürfnis. Der Apotheker, wenn er für
gute Waren sorgen soll, muss durch einen sicheren Absatz
und durch massigen Verdienst eine gewisse Wohlhabenheit
erlangen, die ihn in den Stand setzt, unablässig gute und
frische Ware zu haben.“
Diesem Argument ist durchaus nicht zu widersprechen;
wer also durch die Wohlhabenheit des Apothekers eine Garantie
für die Güte der Waren zu haben wünscht, kann nicht für
die unbeschränkte Niederlassungsfreiheit stimmen, ') denn diese
hat eine Ueberfüllung der grösseren Städte mit Apotheken und
ein Eingehen der kleineren Landgeschäfte im Gefolge
Auch Neukamp-) erklärt sich für eine Beschränkung der
Niederlassungsfreiheit unter gleichzeitiger Ablösung der Keal-1
Andrée, a. a. ü. S. 503.
2 ) Elsters Wörterbuch der Volkswirtschaft, Bd. 1. .Jena 1898.