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*) Kef. soc. I, S. XII ff.
In erster Linie sollen es Praktiker 1 ) sein, Landwirte oder
Gewerbetreibende. Dabei ist es gleichgültig, ob sie einem großen
oder einem kleinen Betriebe vorstehen. Ohne die Anwendung von
Gewalt halten sie den öffentlichen Frieden aufrecht, alle durch die
selben Mittel: „Sie geben in ihrer Heimat ein gutes Beispiel, indem
sie ihren Dienstboten, Arbeitern und Nachbarn Bespekt und Zu
neigung einflößen“. Wo sie frei herrschen, schaffen sie feste und
gedeihende Gemeinwesen; durch Regierung und geschriebene Ver
fassungen werden sie oft gestört.
„Auf gewisse, wohlüberlegte Fragen geben sie fast übereinstimmende
Antworten; aber gleichzeitig bezeichnen sie es als eine Unmöglichkeit,
daraus allgemeine Vorschriften abzuleiten. Sie schließen immer mit
den Worten, daß man Völker viel mehr durch Gewohnheiten als durch ge
schriebene Gesetze regiert.“
Am besten sind als „Soziale Autoritäten“ solche Menschen geeignet,
die inneren Anteil an ihren Mitmenschen nehmen. Wie Le Play
überhaupt die Kunde sozialer Verhältnisse mehr vom Herzen aus
gehen lassen will als von der Vernunft, so stellt er auch hier den
inneren Anteil höher als das soziale Verständnis, das natürlich nicht
fehlen darf. Dieser innere Anteil wird unter dem Einfluß der
Religion am besten erzeugt.
Im Anfang seiner'sozialen Studien glaubte Le Play sich vor
solchen Menschen hüten zu müssen, die ihr Denken den religiösen
Überzeugungen unterordnen. Er fürchtete, daß bei ihnen die ge
naue Tatsachenschätzung und die Unparteilichkeit der Schluß
folgerungen in Gefahr seien. Doch seine Erfahrung belehrte ihn
eines besseren. Sie zeigte ihm aber auch, daß es nur darauf an
komme, daß man das Glück seiner Mitmenschen will. Die Skep
tiker kennen dieses Ziel nicht, deshalb ist von ihnen für die Sozial
wissenschaft wenig zu erwarten. Die tiefste sozialwissenschaftliche
Erkenntnis fand er namentlich dort vor, wo die Menschenliebe zum
freien Gehorsam gegen die Gesetze und zum Glauben an ein Jenseits
geführt hatte. Trotzdem hält Le Play von dem sozialen Verständnis
der meisten Geistlichen nicht sehr viel; selten traf er bei ihnen auf
richtige Anschauungen. Zwar sagt er, daß mancher einfache Dorf
geistliche mehr wirkliches soziales Verständnis habe als liberale
Gelehrte. Aber er machte die Erfahrung, daß oft geistlicher Be
kehrungseifer, Bildungsstolz, unbedingter Gehorsam gegen geistliche
Autoritäten die Einsicht trüben. Religiös gesunde Laien, die vor