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einzigen Falle erhoben. Vieles von dem, was sie forderte, ist in
anderen Staaten bereits Gesetz. Hätte die Mehrheit ihren Anträgen
stattgegeben, so könnte sie dem Inkrafttreten der neuen
Stenergesetze mit gutem Gewissen entgegensehen. Wie aber die
Dinge jetzt liegen, wird's den Anhängern dieser Steuerreform
schon angst und bange, noch ehe diese in Wirkung getreten ist.
Sie sehen es allmählich kommen, daß die breiten Volksschichten
von dieser „Reform" nicht befriedigt sein werden. Das gröbste
Unrecht besteht fort: die indirekten Steuern. Die staatlichen
indirekten Steuern blieben ganz unberührt, insbesondere von der
Beseitigung des Umgeldes war nicht die Rede, und die indirekten
Gemeindesteuern wurden statt beseitigt vermehrt. Der fast erdrückenden
Ueberbürdung der untersten Volksschichten durch indirekte
Steuern wurde bei Bemessung des steuerfreien Existenzminimums
nicht Rechnung getragen. Die Wohnsteuer wird beibehalten. Die
Warenhaussteuer, die auf einem sehr verwerflichen Prinzip beruht,
ist neu eingeführt; die Hoffnungen der Mittelstandsretter wird
sie nicht erfüllen. Die vielfach überschuldeten kleinen Landwirte
werden die Schuldenbesteuerung nicht los, obgleich sie ihr Teil
Einkommenssteuer mitzutragen haben. Die Gewerbetreibenden, die
gleichfalls ihre Einkommenssteuer aufgebürdet bekommen, werden
nach wie vor über willkürliche Einschätzung zu klagen haben. Die
Abzüge am Grund- und am Gewerbekataster werden vielfach den
großen Steuerpflichtigen auf Kosten der Kleinen zugute kommen.
Die Gebäudesteuer behält ihre Mängel. Die Vermögenssteuer
fehlt. Den Gemeinden werden die Einnahmen nicht zufließen,
die sie brauchen. Halbheit und Schematismus kennzeichnen das
ganze Werk, die einstitige Hintansetzung der Interessen der besitzlosen
Klassen drückte ihm den Stempel der Klassengesetzzebung auf. Die
Sozialdemokratie mußte die Verantwortung für dieses Machwerk
ablehnen, was sie durch ihre verneinende Schlußabstimmung über
das Einkommenssteuergesetz und das Gemeindesteuergesetz deutlich
zum Ausdruck gebracht hat. Wer ihr ihres „Nein" halber den
Vorwurf macht, sie verfolge die Taktik „Alles oder nichts" und
betreibe eine „unfruchtbare Negationspolitik", der schlägt der Tatsache
ins Gesicht, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten durch
zahllose Anträge und Anregungen positiv zu arbeiten und die
Gesetze zu verbessern versucht haben. Daß diese Versuche fast
ausnahmslos unfruchtbar bliebm, liegt nicht an den Sozialdemokraten,
sondern an ihren Gegnern, die eine durchgreifende
und gerechte Reform nicht wollten, weil bei einer solchen die von
ihnen gehüteten Interessen der besitzenden Klasse nicht weitgehende