Semisse ein Halbsolidus gewesen ist und darnach 12 silberne
Kerations betrug, wird in diesem byzantinischen System auch
der Ursprung der serbischen Rechnungsweise nach Perpern
= 12 Silberdinare zu suchen sein. Der Solidus hatte einen
für die serbischen Verkehrsverhältnisse zu grossen inneren
Wert, während seine Hälfte, die Semisse oder der Perper,
dem Geldbedürfnisse des ökonomisch nicht sehr entwickelten
Serbien eher entsprochen haben dürfte. Augenscheinlich hat
das griechische Geldsystem in die serbischen Länder nicht
unmittelbar, sondern vermittelst der unter byzantinischer Herrschaft
gewesenen Küstenstädte Eingang gefunden, denn der
Handel der Serben bewegte sich nur zu einem kleinen Teile
in der Richtung nach dem Inneren der Halbinsel, überwiegend
aber nach den Küstenstädten. Mit dem Übergänge derselben
in den Besitz Venedigs nimmt auch der venetianische Einfluss
über diese Städte seinen Weg in die serbischen Länder und
macht sich in Bezug auf das serbische Münzwesen in starkem
Masse geltend. Bevor aber Venedig diesen Einfluss ausüben
konnte, musste sich die byzantinische Rechnungsweise nach
Perpern zu 12 Silberstücken bei den Serben schon eingebürgert
haben. Es ist dies dasselbe konstantinische System, welches
in der Merowingerzeit auch auf die Germanen übergegangen
ist und das Karl der Grosse in der Weise rekonstruierte, dass
aus einem Münzpfund 240 Silberdinare (Pfennige) geprägt
wurden, von denen 12 auf einen Schilling gerechnet wurden.
Dieser Schilling wurde selten und später überhaupt nicht mehr
geschlagen, sondern diente als Rechenmünze, da er nur den
Wert von 12 Silberdinaren zum Ausdruck brachte. Vom
Perper ist es also ebenfalls nicht möglich festzustellen, dass
er im XIII. und XIV. Jahrhundert, als in Serbien allgemein
nach ihm gerechnet wurde, als wirklich geprägte Münze daselbst
zirkulierte, aber jedenfalls wird anzunehmen sein, dass
auch der Perper einst tatsächlich geprägt -wurde, und dass er
ein byzantinisches Goldstück gewesen ist, welches nachher
nicht mehr geschlagen wurde und sich nur seinem Namen und
Wertbegriffe nach in den Ländern, welche unter byzantinischer
Herrschaft gestanden haben, erhalten hat. So fügt sich also