die serbische Geldeinrichtung in das grosse duodezimale Geldsystem
ein, welches im Mittelalter das herrschende gewesen
ist und dessen Grundzüge sich in Grossbritannien (das Pfund
zu 20 Schilling ä 12 Pence) bis heute erhalten haben.
Was die Dinare anbelangt, so liegt die Vermutung nahe,
dass die Serben bei der Prägung derselben die Byzantiner
nachgeahmt haben, was auch Sabatier bestätigt, indem er
schreibt: quelques pieces d’argent des princes slaves de la
Servie, de la Bulgarie etc., me paraissent egalement des imitations
byzantiues de l’epoque de Paleologues. So wären also
die serbischen Dinare als Nachahmungen der byzantinischen
Kerations anzusehen, obwohl diese 3.36 Gramm schwer geprägt
sein sollten, während bezüglich der Dinare nachgewiesen ist,
dass sie nur 2 Gramm wogen. Die Kerations wurden nämlich
mit der Zeit kleiner geprägt und waren überhaupt die Silberstücke,
die mau mit diesem Namen bezeiehnete, dem Gewichte
nach in dem Masse verschieden, dass sie bis auf das Gewicht
der früheren Siliquen (2.27 Gramm) herabsanken 1 ), wodurch
es möglich erscheint, dass die Dinare den byzantinischen
Silbermünzen, namentlich den Siliquen 2 ), nachgeprägt worden
sind.
Die ersten serbischen Münzen wurden unter dem König
Vladislav(1234—41) geprägt, demselben König, welcher die serbischen
Bergleute nach Serbien berufen hat und damit die Anregung
gab, dass der serbische Bergbau im Mittelalter eine so hohe Entwickelung
erreicht hat. Zu dieser Zeit war die Handelshegemonie
im adriatischen Meere auf die Venetianer übergegangen, mit denen
nun die handeltreibenden Serben in den dalmatinischen Küstenstädten
zusammentrafen. Die serbische Münze, welche hauptsächlich
diesen Verkehr zu unterstützen hatte, wurde infolgedessen
auch von der venetianischen beeinflusst, umsomehr, als
die Serben vor der Prägung ihrer eigenen Münzen sich zum Teil
auch venetianischen Geldes bedient haben mussten. Denn zu
') Sabatier, Description günürale, I. S. 61.
! ) Ljubie, Opis jugosl. novaca 1886. (Beschreibung der südslavischen
Münzen). S. XIV.