den grössten Handelszentren geschlagen und verbreitete sich
zugleich mit dem Handel und der Kultur ihres Prägeortes
über grosse Gebiete der damaligen Welt. Während der Umlauf
verschiedener Silbermünzen auf die betreffenden Länder,
von denen sie geprägt wurden, beschränkt blieb, sind die
Goldmünzen im Mittelalter zu Welthandelsmünzen geworden
und nahmen als solche internationalen Charakter an. Im
Innern der mittelalterlichen Staaten war es also die Silbermünze,
mit welcher allgemein gerechnet und gezahlt wurde,
mit Gold geschah dies nur in besonderen Fällen, namentlich
wenn grössere Werte ausgeglichen werden sollten. Wie das
Münzwesen im Mittelalter überhaupt, gestaltete sich auch dasjenige
Serbiens; neben dem allgemein gebrauchten Silberdinar
kam bis in das XII. Jahrhundert bei grösseren Zahlungen der
byzantinische Goldsolidus in Anwendung. Als dann mit dem
Verfall des byzantinischen Wesens der Solidus aus dem
Umlaufe verschwunden war und im XIII. Jahrhundert der
venetianische Dukaten im Welthandel zu dominieren anfing,
ist es diese Münze, welche nachher in Serbien sehr gebraucht
wurde. Im Anfänge des XV. Jahrhunderts bildeten die venetianischen
Gold-Dukaten einen bedeutenden Teil des nationalen
Keichtums der Serben. Während der Glanzperiode des serbischen
Staates hatten sich nämlich im Volke namhafte Werte
angesammelt; als infolge der türkischen Invasion die wirtschaftliche
Atmosphäre in Serbien schwül zu werden begann, war
jedermann bemüht, diese Werte in Gold, also in Dukaten umzuwandeln.
1 ) Unter den Türken gingen mit der nationalen
Freiheit auch die kulturellen und wirtschaftlichen Errungenschaften
der Serben zu Grunde. Es bildeten sich unter der
Einwirkung der türkischen Staatseinrichtungen, welche stets
militärische Zwecke zur Grundlage hatten und infolge ihrer
Starrheit die ökonomische Entwickelung hemmen mussten,
Zustände heraus, welche in weit geringerem Masse, als diejenigen
der Selbständigkeitsperiode der Serben, für die Aufnahme
der Goldwährung geeignet waren. Es ist auch in der
') Mijatovie, Financijc, Glasnik, XXXVII. S. 183.